Euro-Airport

Baubeginn für EAP-Bahnanschluss bereits 2020?

Der Bahnanschluss des Flughafens könnte 2020 in Betrieb gehen und bis zum Terminal führen.

Der Bahnanschluss des Flughafens könnte 2020 in Betrieb gehen und bis zum Terminal führen.

Der seit Jahrzehnten diskutierte Bahnanschluss des Flughafens könnte bereits 2023/24 fertig sein.

Im April oder Mai sollen die Vorstudien vor der Vernehmlassung zum Bahnanschluss zum Euro-Airport (EAP) lanciert werden. Die Kosten belaufen sich auf 4,6 Millionen Euro und 1,3 Millionen kommen im Rahmen des Interregprogramms von der EU. Die Finanzierung des Gesamtprojekts, das um die 220 Millionen Euro kosten wird, sollte im Frühjahr 2017 stehen. Nach der Vernehmlassung im Jahr 2018, folgt 2018 bis 2019 das Bauprojekt und 2020 der Baubeginn. Ab 2023 oder 2024 sollte man dann mit dem Zug vom Basler Bahnhof SBB wie auch von Mulhouse und Strassburg zum binationalen Flughafen fahren können.

Die Informationen stammen von Luc Gaillet, Direktor des Projektes Schienenanschluss EAP. Er äusserte sich am Montagabend im Rahmen einer Veranstaltung zum grenzübergreifenden Schienenverkehr, die Oberrheinrat und Oberrheinkonferenz gemeinsam im Kundenzentrum der UBS in Basel organisiert hatten.

Anlass war, dass die beiden grenzübergreifenden Gremien dieses Jahr von den beiden Baslern Guy Morin (Oberrheinkonferenz) und Helmut Hersberger (Oberrheinrat) präsidiert werden.

Zehn Züge pro Stunde

Im Endausbau sollen stündlich zehn Züge in beide Richtungen zwischen dem Bahnhof SBB und dem EAP verkehren. Voraussetzung dafür ist allerdings die Fertigstellung des Herzstücks Regio-S-Bahn, der unterirdischen Verbindung zwischen den beiden Basler Bahnhöfen Badischer Bahnhof und Bahnhof SBB, die für 2030 geplant ist. Ohne dieses sind mit den bestehenden Infrastrukturen laut Gaillet sechs Züge pro Stunde und Richtung möglich.

In Bezug auf das Herzstück betonte Patrick Leypoldt, Geschäftsführer der Agglo Basel, wie ineffizient das derzeitige System mit zwei Kopfbahnhöfen derzeit sei. Erst der Bau von Durchmesserlinien, wie sie in Zürich schon bestehen, ermögliche eine Vielzahl von umsteigefreien Verbindungen.

Die Zeit drängt

Die Entscheidung über die Finanzierung des Zwei-Milliarden-Projekts im Rahmen des Fabi Ausbauschritts 2030 fällt bis Anfang 2019 in Bern und den nationalen Parlamenten. Von den sieben S-Bahn-Ästen liegen vier im Ausland und drei in der Schweiz. «Wir brauchen verbindliche Bestellungen, ein Gesamtkonzept und eine trinationale politische Allianz», forderte Leypoldt mit Nachdruck. Dies sei die Voraussetzung, um im nationalen Konkurrenzkampf um die Gelder – es handelt sich um sieben bis zwölf Milliarden Franken – zu bestehen. Martin Dätwyler, der stellvertretende Direktor der Handelskammer beider Basel, brachte die Unterstützung der Wirtschaft. «Wir müssen in Bern Akzeptanz finden. Gute Erreichbarkeit ist wichtig für einen attraktiven Wirtschaftsstandort.»

Drittes Thema war die Elektrifizierung der Hochrheinstrecke Basel–Schaffhausen. Derzeit verkehren hier noch Dieselzüge. Martin Kistler, Landrat und damit Chef des Landkreises Waldshut, berichtete, dass die Unterzeichnung einer gemeinsamen Absichtserklärung zwischen dem Bundesamt für Verkehr (BAV), dem baden-württembergischen Verkehrsministerium und der Grenzregion unmittelbar bevorstehe. Er sagte aber auch: «Den Baubeginn bedeutet das noch lange nicht.» Kommt hinzu, dass in Baden-Württemberg am 13. März Landtagswahlen sind, die Unterzeichnung müsste also sehr schnell vonstattengehen.

Autor

Peter Schenk

Peter Schenk

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