Basel
Baubeginn in der Freien Strasse nach 20 Jahren Diskussion

Beim Baudepartement freut man sich zurzeit über den Abschluss der Arbeiten am Spalenberg. Doch eine andere Basler Einkaufsmeile kommt immer noch trist daher. Um genau zu sein, die Basler Einkaufsstrasse schlechthin, die Freie Strasse, die seit 17 Jahren auf ihre Renovierung wartet.

Nicolas Drechsler
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Hübsch, aber beliebig: Basels Shopping-Meile, die Freie Strasse. Beim Eindunklen eilen ein paar Menschen durch die Strasse mit dem fantasielosen Bodenbelag.

Hübsch, aber beliebig: Basels Shopping-Meile, die Freie Strasse. Beim Eindunklen eilen ein paar Menschen durch die Strasse mit dem fantasielosen Bodenbelag.

Die politische Vorgeschichte der Neugestaltung ist lange: 1995 behandelt der Grosse Rat zum ersten Mal einen «Ratschlag zur Neugestaltung der Freien Strasse». 2001 wird eine Versuchspflästerung eingelegt, die bis heute die Freie Strasse ziert. 2005 folgt ein weiterer Vorstoss im Rat, und 2008 bekommt das Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) den Auftrag für eine Studie für die Neugestaltung der Innenstadt.

Die Umgestaltung der Freien Strasse wird hinausgeschoben, sie soll in dieses Gesamtbild eingebettet werden. 2011 wurde der Auftrag für das Konzept nach einem Wettbewerb an drei Architekturbüros vergeben unter Führung des Utrechter Büros OKRA. Wie Marc Keller, Sprecher des BVD auf Anfrage sagt, sei das Konzept «auf gutem Weg».

Entwurf ist nun in Basel

Roger Loh, der zuständige Projektleiter in der Abteilung Stadtgestaltung, wird konkreter: «Der Entwurf liegt uns nun vor und wird mit den externen Experten besprochen.» Diese Experten sind verschiedenste Organisationen, die die Innenstadt-Nutzer vertreten, etwa die Pro Innerstadt, die Pro Infirmis und die Pro Velo. Unterdessen mussten aber der Spalenberg und der Münsterhügel bereits generalüberholt werden, weil Arbeiten nicht mehr warten konnten.

Das heisse aber nicht, dass diese Strassen nach der Verabschiedung des Konzepts wieder aufgerissen würden, erklärt Loh: «Das Konzept kann von diesen Arbeiten profitieren und daran anknüpfen.» Zuerst hat jetzt aber wieder die Politik das Wort: Das Gesamtkonzept Innenstadt wird im Herbst der Öffentlichkeit vorgestellt, der Regierungsrat könnte es vor Ende Jahr ins Parlament schicken. Loh ist optimistisch, mahnt aber auch in Richtung des Grossen Rates: «Jetzt sollte man das auch anpacken und nicht mehr über die kleinsten Details streiten.» Denn der politische Prozess inklusive der wohl zu erwartenden Einsprachen dürfte sowieso eine Weile in Anspruch nehmen.

Freie Strasse nicht prioritär

Oder wie es der Projektleiter formuliert: «Vor 2015 werden die Bagger wohl nirgends auffahren.» Die Freie Strasse müsse nicht unbedingt Vorrang haben. Es mache mehr Sinn, an eine der bereits sanierten Strassen anzuknüpfen: also beispielsweise den Rümelinsplatz oder die Schifflände zuerst umzugestalten. Der Fahrplan würde aber vor allem durch den Sanierungsbedarf diktiert, sprich: Wo die Wasserleitungen zu bersten drohen, wird zuerst gebaggert.