Kommentar

Baudesaster mit Sprengpotenzial

Für die beiden Kantonsregierungen bedeutet darum die jetzt angekündigte Fristverlängerung die letzte Chance, den Schaden noch in kontrollierbarem Rahmen zu halten.

Für die beiden Kantonsregierungen bedeutet darum die jetzt angekündigte Fristverlängerung die letzte Chance, den Schaden noch in kontrollierbarem Rahmen zu halten.

Aufgrund der verfügbaren Informationen ist es Aussenstehenden unmöglich zu beurteilen, wie gravierend die Folgen des Biozentrum-Baudesasters tatsächlich sein werden. Noch weniger, wer die wahren Schuldigen sind. Fest steht einzig, dass die Probleme zu einem denkbar ungünstigen Augenblick kommen und das Potenzial in sich bergen, zu einem partnerschaftlichen Dauerbelastungstest für die beiden Basel zu werden.

Bereits muss die Universität aufgrund der letztjährigen Subventionskürzungen mit Einsparungen zwischen 40 und 70 Millionen Franken jonglieren, was Abbaumassnahmen in verschiedenen Departementen zur Folge hat. Nun kommen aufgrund der vereinbarten Vorfinanzierung der Schadenssumme zusätzliche Abflüsse von liquiden Mitteln aus dem laufen Uni-Budget und Belastungen durch unvorhergesehene Kredite hinzu. Uniratspräsident Ueli Vischer lässt keinen Zweifel daran, dass die Hochschule darauf angewiesen sein wird, für ihr Globalbudget in den kommenden 16 Jahren höhere Kantonsbeiträge zu erhalten. Dafür braucht es nicht nur zwei Regierungen, die zu ihrem Wort stehen, diesen finanziellen Ausgleich vornehmen zu wollen, sondern auch ein langes, wohlwollendes Gedächtnis der Politik.

Spätestens an dieser Stelle ist besorgte Skepsis angesagt. Wenn man in diesem Jahrzehnt miterlebt hat, wie leicht sich die Diskussion um Globalbudgets von der Tagespolitik beeinflussen lässt, und insbesondere im Landrat gerne Kürzungen gefordert werden, um parteipolitische Exempel zu statuieren, muss einem Angst und Bange werden.

Für die beiden Kantonsregierungen bedeutet darum die jetzt angekündigte Fristverlängerung die letzte Chance, den Schaden noch in kontrollierbarem Rahmen zu halten. Ist im kommenden Herbst das neue Biozentrum noch immer nicht funktionstüchtig, wird damit der Universität nicht nur die Chance verbaut, durch Spitzenforschung die von der Politik geforderten Drittmittel einzutreiben. Nein, dann wird auch der Hexentanz um künftige Uni-Finanzierungen erst richtig losgehen.

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