Drei Milliarden Franken werden in den nächsten Jahren in die Arealentwicklung von Roche um die Basler Grenzacherstrasse investiert. Da gilt es, die Beziehungen mit den verschiedenen betroffenen Anwohnergruppen zu pflegen. Mit einer Serie von vier Veranstaltungen hat sie Jürg Erismann, Standortleiter Basel/Kaiseraugst, vor Ostern über die geplanten Arbeiten informiert.

Die anfangs schwierigen Beziehungen mit dem Hauseigentümer- und Anwohnerverein Wettstein (HEAW) haben sich entspannt, auch, weil Roche auf die Anwohner zugegangen ist. So zahlt der Konzern temporäre Emissionsentschädigungen und hat 1'500 Schallschutzfenster einbauen lassen – «schon vor Beginn der Hauptarbeiten», wie Roche-Mediensprecher Karsten Kleine betont, dies seien freiwillige Leistungen von Roche gewesen. Niklaus Trächslin, Präsident des HEAW, bestätigt, dass Roche Verbesserungen bei den Lärmemissionen umgesetzt hat. «Wenn die Baustelle weiter nach Westen kommt, wird sich aber zeigen, wie viel das bringt», präzisiert er.

Viel teurer als das Hochhaus

Konkret bedeutet das, dass bis Ende 2017 das grosse Gebäude 74 mit der auffälligen silbrigfarbenen Fassade an der Grenzacherstrasse entleert und 2018 abgerissen wird. Hier entsteht von 2018 bis 2023 das zentrale neue Forschungs- und Entwicklungszentrum mit seinen 1'900 Forschungsarbeitsplätzen. Es besteht aus vier Gebäuden, die zwischen 16 und 114 Meter hoch sein werden und, nur durch ein Gebäude getrennt, neben das neue zweite Hochhaus Bau 2 zu liegen kommen. Mit einer Investition von 1,2 Milliarden Franken ist das Forschungs- und Entwicklungszentrum ungleich teurer als das vielleicht spektakulärere zweite Hochhaus mit seinen 550 Millionen Franken und für Roche letztlich auch wesentlich wichtiger, weil es die Forschung in Basel konzentriert.

Unter dem Backsteingebäude 74 befindet sich derzeit ein Parkhaus mit 900 Plätzen, das auf Ende Jahr geschlossen wird. Diese Plätze will Roche zumindest teilweise durch das geplante provisorische Parkhaus beim Badischen Bahnhof ersetzen. Der zweite Roche Turm wird mit 205 Metern und 50 Stockwerken um 27 Meter höher als der erste, der schon heute das Basler Stadtbild bestimmt. Bau 2 soll bis 2022 fertig gestellt sein. «Mit der Vorbereitung des Fundaments haben wir mit der Baustelle begonnen. Sichtbar ist bereits die Baubühne in der Grenzacherstrasse», erklärt Kleine.

Ein weiteres Forschungsgebäude

An der Wettsteinallee wurden die Arbeiten für das 24 Meter hohe und 100 Millionen Franken teure Servicegebäude für den Medizinischen Dienst, die Feuerwehr und Areal-Instandhaltung abgeschlossen. Es wird derzeit bezogen. Zwei Häuser weiter ist ein neues Forschungsgebäude in Bau. Es soll Anfang 2019 fertig sein und kostet 245 Millionen Franken.

Konkret wird es auch bei zwei Gebäuden, die mitten auf dem Areal zwischen den erwähnten Bauten an der Wettsteinallee und dem Forschungs- und Entwicklungszentrum in der Grenzacherstrasse liegen. Bei beiden beginnen die Arbeiten im 3. Quartal 2017. Das eine ist ein Büro Service Gebäude und kostet 50 Millionen Franken; das andere, es wird nur als Servicegebäude bezeichnet, kommt auf 180 Millionen zu stehen.

Bereits begonnen haben die Arbeiten an der Aufstockung und Renovation des Logistikgebäudes. Für 75 Millionen Franken werden hier am Arealrand Richtung Autobahn bis Ende 2017 die Logistikaktivitäten zusammengeführt. Doch nicht terminiert ist die Renovation des Gebäudes für die Konzernleitung aus dem Jahre 1937, das von der Grenzacherstrasse bis an den Rhein reicht. Die Kosten hierfür werden auf 85 Millionen Franken veranschlagt.

 

Zu den Projekten gibt es hier eine interaktive Karte.