Kaum vorstellbar, dass sich hier schon im September 2020 die Kunden drängen sollen. Derzeit tut sich in der riesigen Baugrube an der Endstation des 8er-Trams am Rand der Weiler Innenstadt wenig. Normalerweise wird hier intensiv am geplanten neuen Einkaufscenter Dreiländergalerie gebaut.

Schon im Juli haben die Arbeiten fast drei Wochen geruht. Sie wurden wieder aufgenommen, aber diese Woche erneut gestoppt, wie die «Badische Zeitung» berichtete. Am Mittwoch sei nur noch ein einzelner Arbeiter zu sehen gewesen, der mit einem Spezialbagger die Betonstützwände bearbeitete. Das übrige schwere Gerät sei abgestellt gewesen. Anwohner hätten beobachtet, dass Maschinen und Container abtransportiert wurden.

Hintergrund sollen Meinungsverschiedenheiten darüber sein, ob Zahlungen geleistet wurden. Diese seien zu bestimmten Baufortschritten vereinbart worden. Beim Tiefbau-Unternehmen Bauer hält man sich bedeckt. Die Mediensprecherin schreibt auf Anfrage: «Wir bitten Sie um Verständnis, dass wir zu diesem Thema keine Stellungnahme abgeben möchten.»

Andreas Thielemeier, Geschäftsführer des Investors und Betreibers Cemagg, gibt sich zuversichtlich, dass die Arbeiten in der nächsten Woche weitergehen. «Die Verhandlungen über zusätzliche Bauleistungen werden Montag fortgesetzt.»

Bekanntgabe der Mieter erst Ende August

Verzögerungen gibt es auch bei der Bekanntgabe der Mieter. Auf der 16 500 Quadratmeter grossen Verkaufsfläche sind 60 Shops vorgesehen. Thielemeier wollte die Ankermieter und Geschäfte ursprünglich bereits Ende Juli vorstellen, musste dies aber auf Ende August verschieben. Der Grund: «Die Verhandlungen mit einem Ankermieter haben sich um zwei Wochen verzögert.»

Cemagg investiert stolze 85 Millionen Euro in Weil. Die Kunden sollen zu 40 Prozent aus der Schweiz kommen. Mehr als die Hälfte des Centers ist bereits vermietet. 700 Quadratmeter übernimmt die Drogeriekette Rossmann. Der Bio-Supermarkt Alnatura will sich mit einem zweiten Geschäft in Weil niederlassen.

Im Stadtparlament mehren sich die Zweifel, ob der Eröffnungstermin von Herbst 2020 eingehalten wird. Obwohl der Stadt von Cemagg keine anderen Informationen vorliegen, habe sie «zunehmend berechtigte Zweifel daran», so Mediensprecherin Junia Folk.