Rhylax

Baywatch für Basel: Das ist die Gruppe, die im Sommer das Rheinufer überwacht

Die ausgebildeten soziokulturellen Animateure würden sensibilisieren, vermitteln und informieren. (Themenbild)

Die ausgebildeten soziokulturellen Animateure würden sensibilisieren, vermitteln und informieren. (Themenbild)

Am Kleinbasler Rheinbord wirbt künftig ein vierköpfiges Team bei Anwohnern und Nutzern für Verständnis und Rücksicht.

Am Rheinbord sollen alle Bedürfnisse Platz haben, findet André Stohler, Anwohner und Präsident des Vereins «Rheinpromenade Kleinbasel». Er wünscht sich ein friedliches Miteinander von Anwohnern, Nachtschwärmern, Rheinschwimmern und Velofahrern. Dafür sorgt bis zum September und bis spät in die Nacht hinein ein vierköpfiges Team zwischen Schwarzwaldbrücke und Dreirosen-Buvette. «Es ist keine Bürgerwehr und kein verlängerter Arm der Polizei. Sie können die Polizei anfordern, wenn es nötig wird», betont André Stohler ausdrücklich.

Die ausgebildeten soziokulturellen Animateure würden sensibilisieren, vermitteln und informieren. «Es geht darum, dass sie mit den Menschen am Rhein das Gespräch suchen – wenn es die Situation erfordert. Oder auch einfach so proaktiv, ohne konkreten Anhaltspunkt.»

Gegenseitige Rücksichtnahme

Die Situation habe sich zwar verbessert, konstatiert André Stohler. Doch sie sei noch nicht so gut, dass es zwischen Anwohnern und Nutzern des Rheinbords keine Konflikte mehr gäbe. Hauptkonfliktpunkt sei nach wie vor der Lärm. «Es ist meistens gar nicht böse gemeint. Die Leute realisieren oftmals gar nicht, dass sie laut sind», sagt Stohler über die vorwiegend jungen Menschen, die an den lauen Sommerabenden zu Tausenden am Kleinbasler Rheinufer «chillen».

Es sind ganz neue, sanfte Töne vonseiten der Anwohnerschaft. Die IG Unterer Rheinweg, die sich mittlerweile aufgelöst hat und zu Teilen in den neuen Verein übergegangen ist, sei mehr auf Konfrontationskurs aus gewesen, stellt Stohler klar.

   

Abfall und Lärm am Basler Rheinufer

#Rhylax-Team

Das #Rhylax-Team ist die Erweiterung der bisherigen Plakate- und Social-Media-Kampagne #Rhylax des Kantons. Es geht vor allem um Littering und Lärm. Mit dem #Rhylax-Team werden die verschiedenen Nutzergruppen noch direkter und persönlich angesprochen.

Die Idee und das Konzept dafür kommen vom Verein Rheinpromenade Kleinbasel. Dieser ging damit auf den Kanton zu, der sofort Bereitschaft signalisierte. Roland Frank, stellvertretender Leiter der Kantons- und Stadtentwicklung, ist vom Konzept überzeugt. «Gegenseitige Rücksichtnahme auf die unterschiedlichen Bedürfnisse ist Voraussetzung für ein gemeinsames Zusammenleben im öffentlichen Raum.» Diese Woche absolvierten die vier Vermittler das letzte Modul ihrer Schulung. André Stohler ist optimistisch: «Sie wissen genau, wie sie den Menschen hier begegnen müssen.»

Vorerst ist das Projekt als Pilotphase geplant. Die Hochschule Luzern wird dessen Wirkung laufend evaluieren. Die Gesamtkosten von 180'000 Franken teilen sich der Kanton und die Christoph Merian Stiftung je zur Hälfte. Im Herbst wird sich zeigen, ob das #Rhylax-Team einen Beitrag leisten und das friedliche Miteinander am Rheinbord mehren konnte.

Meistgesehen

Artboard 1