Demnach erhalten alle von der Schliessung der Zeitungsdruckerei betroffenen Arbeitnehmer pro Dienstjahr eine Abfindung von 400 Franken, wie Hans-Peter Graf von der Gewerkschaft Syndicom auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte. Der Streit um die Abgangsentschädigung hatte in der Nacht auf Montag zu einem Warnstreik geführt.

Die Betriebsversammlung stimmte dem Angebot der Geschäftsleitung nach Angaben Grafs mit einer starken Mehrheit zu. Als Alternative hatte die Unternehmensleitung auch eine Abfindung lediglich für Entlassene ab 50 vorgeschlagen, die je nach Alter unterschiedlich hoch gewesen wäre. Diese Variante war laut Graf chancenlos.

Ursprünglich 1000 Franken verlangt

Ursprünglich hatte die Arbeitnehmerseite in den Verhandlungen um den Sozialplan eine Abfindung von 1000 Franken pro Dienstjahr verlangt. Aus Sicht der Gewerkschaft sind die nun akzeptierten 400 Franken zu wenig, weshalb die Syndicom laut Zentralsekretär Graf vorschlug, die Basler Regierung als Mediatorin einzuschalten.

Nach Überzeugung der Syndicom wäre auf diesem Weg mehr herauszuholen gewesen. Die Betriebsversammlung entschied sich jedoch gegen diesen Vorschlag,

Was die 400-Franken-Lösung das Unternehmen nun kostet, wollte ein Sprecher der Basler Zeitung Medien nicht sagen, es sei jedoch eine "beträchtliche Summe". Für den Sprecher ist der Konflikt erst dann definitiv beigelegt, wenn der Sozialplan unterzeichnet ist.

Noch bis Ende März in Basel

Wegen der Auseinandersetzung um den Sozialplan hatten die Drucker der "Basler Zeitung" ab Sonntag 23 Uhr während sieben Stunden gestreikt. Die "Basler Zeitung" wurde in der Folge bei Tamedia in Zürich gedruckt. Vom Streik betroffen war auch eine Teilauflage der Coop-Zeitung.

Nach Angaben des BZM-Sprechers soll die "Basler Zeitung" nun wie geplant bis zur Schliessung der Druckerei Ende März in Basel gedruckt werden. Danach erfolgt der Druck bei Tamedia. Stillgelegt wird die Druckerei in Basel aus Rentabilitätsgründen. Betroffen sind 96 Angestellte. Von diesen werden 72 entlassen.