Lohnerhöhung

Beamtenlöhne unter 3000 Franken – Kritik der Linken

Derzeit müssten auch Kantonsangestellte Prämienverbilligungen und Mietzinszuschüsse in Anspruch nehmen. (Symbolbild)

Derzeit müssten auch Kantonsangestellte Prämienverbilligungen und Mietzinszuschüsse in Anspruch nehmen. (Symbolbild)

Von einem Vollzeitjob sollte man leben können. Dies ist aber in den untersten Lohnklassen oft knapp. Deshalb fordert die Gewerkschaft eine Lohnerhöhung von 2 Prozent.

Die Basler Verwaltungsangestellten werden nächstes Jahr keine Lohnerhöhung bekommen. Die Sätze seien «aufgrund der Negativteuerung dieselben wie im 2019», wie der Zentrale Personaldienst begründet. Das Personalgesetz sieht nur vor, dass es bei einem Anstieg der Konsumentenpreise gemäss Basler Index zu Lohnerhöhungen für die Beamten kommt. Somit reichen die Bruttolöhne von jährlich 38'281 Franken brutto Einstiegslohn (beispielsweise Reinigungsjobs) über 73'420 Franken (Primarlehrer) bis hin zu 201'422 Franken (Führungsjobs).

Gewerkschaft fordert Fokus auf Tieflohnsektor

Dies kritisiert die Gewerkschaft VPOD, welche für den Öffentlichen Dienst zuständig ist. Gewerkschaftssekretärin und SP-Grossrätin Kerstin Wenk sagt: «In den letzten drei Jahren ging es mit der Schweizer Wirtschaft spürbar aufwärts, und obwohl die Arbeitslast stieg, gingen die Reallöhne um 0,6 Prozent zurück. Das ist ungerecht.» Der Rückgang der Reallöhne gefährde die wirtschaftliche Entwicklung im Inland. «Der Pro-Kopf-Konsum ohne Gesundheitsausgaben sank seit 2015 real um rund 0,7 Prozent», sagt Wenk. Ohne spürbare Lohnerhöhung werde sich diese Entwicklung verschärfen. Aus diesem Grund forderten die Verbände des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes Lohnerhöhungen von zwei Prozent. Es brauche insbesondere bei den Frauenlöhnen und bei den Berufsgruppen in den untersten Lohnklassen ein «deutliches Plus», sagt Wenk.

Möglicherweise muss der Kanton mittelfristig ohnehin seine Löhne anpassen. Dann, wenn das Basler Stimmvolk die Mindestlohninitiative («Kein Stundenlohn unter 23 Franken») annimmt. Wenk hat in einem parlamentarischen Vorstoss berechnet, dass der tiefste Monatslohn der Verwaltung (knapp 3000 Franken) dann über tausend Franken zu tief sei. Unabhängig davon will sie von der Regierung wissen, wie diese den Grundsatz einhalten könne: «Wer Vollzeit arbeitet, muss davon leben können.» Derzeit müssten auch Kantonsangestellte Prämienverbilligungen und Mietzinszuschüsse in Anspruch nehmen. «Inakzeptabel», heisst es im Vorstoss.

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