Befragung
Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser: So beurteilt die Bevölkerung die Basler Polizei

Nicht alle Baslerinnen und Basler fühlen sich von der Polizei gleichbehandelt. Das zeigt die «Kundenbefragung 2021» der Sicherheitsbehörde.

Rafael Hunziker Jetzt kommentieren
Drucken
Die Basler Polizei geniesst das Vertrauen des Bevölkerung.

Die Basler Polizei geniesst das Vertrauen des Bevölkerung.

Kenneth Nars

Die Basler Bevölkerung habe weiterhin ein positives Bild von der Kantonspolizei Basel-Stadt. Diese grundlegende Erkenntnis würde die «Kundenbefragung 2021» ergeben, welche vom Statistischen Amt im Auftrag der Kantonspolizei durchgeführt wurde. «Die Ergebnisse der Befragung sind ein wichtiger Indikator für die Arbeit der Polizei», sagt Stephanie Eymann, Vorsteherin des Justiz und Sicherheitsdepartements Basel-Stadt (JSD), bei der Präsentation am Freitag.

Von den 1173 ausgewerteten Fragebögen hätten 90 Prozent angegeben, sie würden der Basler Polizei vertrauen. Eymann sagt: «Das Vertrauen in die Basler Polizei ist hoch, auch wenn politisch und medial manchmal ein anderer Eindruck aufkommen würde.»

Unerklärte Unzufriedenheit

Neben dem Zuspruch aus der Bevölkerung zeigt die «Kundenbefragung» auch, wo sich die Polizei noch verbessern muss. Knapp 40 Prozent der Befragten gaben an, dass die Polizei nicht alle Menschen gleichbehandeln würde. «Dieser Punkt macht uns Sorgen aber wir können ihn nicht erklären», sagt Martin Roth, Kommandant der Kantonspolizei Basel-Stadt. Die Polizistinnen und Polizisten würden zum Thema Diskriminierung geschult werden. Der mediale Hype zum Thema «Racial Profiling» würde dieses Thema ins Zentrum stellen, sagt Roth.

Aus Sicherheitsgründen wird das Kleinbasel am meisten gemieden, ergibt die Kundenbefragung. Auch diesen Punkt kann sich die Polizei nicht erklären. Die Polizeipräsenz wäre im Kleinbasel grösser als im Grossbasel. «Das Kleinbasel ist gleich sicher wie das Grossbasel», sagt Roth. Der häufigst genannte Grund, weswegen ein Ort gemieden wird, ist die Präsenz von Drogensüchtigen und Dealern.

Die Polizei sei ein wichtiger Teil um das Sicherheitsgefühl an Orten zu erhöhen, die bei der Befragung schlecht weggekommen sind, aber nicht der einzige, sagt Eymann. Man arbeite departementsübergreifend an diesem Anliegen. Zum Teil würde eine Strassenlaterne, welche Licht ins dunkle bringe, schon ausreichen um das Sicherheitsgefühl zu steigern. Explizit genannte Orte, an denen sich Menschen der Befragung nach unwohl fühlen, sind das Rheinufer, Parkanlagen in der Nacht und der Claraplatz.

Lärm ist sekundär für die Polizei

Bei den Fragen zur Qualität der Aufgabenerfüllung ist auffallend, dass bei vielen Punkten ein hoher Anteil «keine Angabe» besteht. Das zeige, dass die Bevölkerung nicht mit diesen Delikten in Kontakt kommen würde, sagt Madeleine Imhof, Leiterin des Statistischen Amts des Präsidialdepartements.

Unzufrieden ist ein grosser Teil der Befragten mit dem Umgang der Polizei mit dem Thema «Lärm, Vandalismus und Littering». Ein Grund sei der Unterbestand der Polizei. «Wir müssen unsere Ressourcen sinnvoll einteilen», sagt Eymann. Das Motto sei «Sicherheit vor Ordnung». Lärm, Vandalismus und Littering wären ein Ordnungsproblem und könne deshalb nicht immer priorisiert werden.

Freiwillig und gesteuert

Insgesamt wurden 6'700 Menschen angeschrieben. Die Personen mussten mindestens 15 Jahre alt sein und wenigstens seit einem Jahr im Kanton Basel-Stadt wohnen. Die Teilnahme an der Umfrage war freiwillig. 17,5 Prozent der Angeschriebenen haben teilgenommen. «Das ist ein guter Wert», sagt Imhof.

«Wir wissen, welche Menschen schwierig zu erreichen sind», sagt Imhof. Junge Männer ohne Schweizer Bürgerrecht wären am schwierigsten zu gewinnen für solche Umfragen. Damit auch diese Gruppe in den Antworten repräsentiert wird, wurden Menschen mit diesem Profil bewusst vermehrt angeschrieben. So würden sich die Teilnehmenden zu einer repräsentativen Gruppe angleichen.

0 Kommentare