Das Basler Bau- und Verkehrsdepartement preist zum wiederholten Mal Pflanzkübel und sonstiges mobiles Grün als Massnahme gegen die Sommerhitze an. Wirklich wirksam scheinen die grünen Tupfer im Beton-Meer aber immer noch nicht.
«Grosse Pflanzgefässe mit schattenspendenden Jungbäumen» auf der Dreirosenbrücke, «sechs Pflanztröge mit Rundbänken» am Lothringerplatz und ein mobiles «Grünes Zimmer», das alle vier Wochen von einem überhitzten Betonplatz zum nächsten wechselt. Diese «Massnahmen» gegen die unausweichlich kommende Sommerhitze preist das Basler Bau- und Verkehrsdepartements (BVD) am Freitag in einer Mitteilung an die Medien an.
Die Pflanzkübel sollen auf jenen Plätzen der Stadt Schatten und Kühle bringen sollen, an denen es nicht möglich ist, Bäume für eine permanente Begrünung zu pflanzen. Das ist beispielsweise beim Biozentrum, beim Wettstein- und Meret-Oppenheim-Platz, am Lothringerplatz und auf der Dreirosenbrücke der Fall. Allerdings sind auch der Messe-, Barfüsser- und Marktplatz neuralgische Hitzepunkte.
Neben den mobilen Bepflanzungen führt das BVD die «Regner» (auch bekannt als Sprenkler) in den Parks als mögliche Abkühlung für die Bevölkerung an und verweist auf die Sonnensegel, die möglicherweise in der Freien Strasse Schatten spenden könnten. Die Abklärung dafür läuft seit Anfang dieses Jahres.
Weder die Kübel noch die Sprenkler sind neue Ideen. Daniel Hofer, Sprecher des Basler Bau- und Verkehrsdepartements, sagte bereits im Sommer 2022 gegenüber der bz: «Wir setzen auch auf mobile Begrünungselemente wie Pflanzkübel oder begrünte Pergolen, mobile Wasserbecken, Sprühnebelanlagen und Sonnensegel.»
Dass das BVD die Sprenkler als Möglichkeit zur Abkühlung erwähnt, verwundert besonders. Denn diese sind seit Jahr und Tag im Einsatz gegen die immer grössere Sommerhitze. Weshalb die Abklärung der Sonnensegel-Installation so lange dauert, wird nicht erklärt. Das BVD weist sogar selbst auf das Kunstprojekt aus 2008 hin, als der Künstler Klaus Littmann «unter anderem in der Freien Strasse eine solche Textilüberspannung» installiert hatte. Für das Problem der denkmalgeschützten Fassaden in der Freien Strasse schien man damals eine Lösung gefunden zu haben.
Das BVD unterstützt Vereine und Institutionen bei deren Bemühungen «nach Möglichkeit». So wird beispielsweise auf die Initiative des Vereins Theaterplatz-Quartier verwiesen, der im Sommer den Theater- und Pyramidenplatz mit Sträuchern, Kräutern und Bäumen begrünen wird. Bemühungen aus der Bevölkerung, ebenfalls Abhilfe gegen die Sommerhitze zu schaffen, scheinen willkommen.
«Neben den temporären mobilen Hitzeschutzmassnahmen wird das Bau- und Verkehrsdepartement dem Grossen Rat im Sommer 2023 ein umfassendes Paket mit Massnahmen zum Hitzeschutz in der Stadt vorlegen (Stichwort Stadtklimakonzept)», schreibt das BVD in seiner Mitteilung. Im Sommer ist es allerdings bereits wieder heiss, im Sommer sollten Massnahmen bereits greifen. Einzelne Pflanzkübel kommen vermutlich nicht gegen ein Meer von Beton an. Und somit auch nicht gegen die 46 Grad, die die ETH für Orte wie den Barfüsserplatz oder den Messeplatz für das Jahr 2030 prognostizierte.