Coronavirus

Behörden machen Basler Beizern Druck, diese hoffen aber auf Unterstützung

Am Samstag spazierten die Menschen dicht gedrängt und oft ohne Maske durch die Steinenvorstadt.

Am Samstag spazierten die Menschen dicht gedrängt und oft ohne Maske durch die Steinenvorstadt.

Die Massnahmen im Zusammenhang mit der Pandemie sind eigentlich klar. Nicht alle halten sich daran. Die Gastronomie hofft bei hohem Besucheraufkommen auf die Hilfe der Polizei. Diese dagegen droht mit mehr Kontrollen bei den Betrieben.

Die Novembersonne meint es momentan gut mit Basel. Sie schenkt der Stadt noch ein paar warme Tage bevor der kalte, dunkle Winter beginnt. Die Sonne lockt die Baslerinnen und Basler auf die Strasse. Am vergangenen Wochenende waren die Shoppingstrassen und das Rheinufer voll. Auch aus den deutschen Grenzregionen kamen Besucherinnen und Besucher nach Basel. Es wäre ein friedliches und unbeschwertes Wochenende gewesen, wäre da nicht die Pandemie.

Situation kurzzeitig ausser Kontrolle

Die Massnahmen des Bundes schreiben vor, dass überall im öffentlichen Raum Masken getragen werden müssen, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht gewährleistet werden kann. Dies gilt explizit auch für Fussgängerzonen. Am vergangenen Wochenende hielten sich längst nicht alle daran. Besonders in der Steinenvorstadt kam es während einiger Stunden zu einem hohen Besucheraufkommen, während dem die Hygieneregeln oft nicht eingehalten wurden.

Gleichzeitig schwebt der Lockdown und damit die Schliessung der Restaurants, Bars und Cafés wie ein Damoklesschwert über der Basler Gastroszene. Die Lage ist angespannt, viele Wirte bangen um ihre Existenz und geben sich grosse Mühe die Massnahmen einzuhalten. Neben der Maskenpflicht beim Betreten des Restaurants und des Aussenbereichs muss auch die konsequente Angabe der Kontaktdaten kontrolliert werden und sichergestellt sein, dass nicht mehr als vier Personen an einem Tisch sitzen.

Maurus Ebneter, Präsident des Basler Wirteverbands hofft nun, dass die ausgelassene Stimmung vom vergangenen Wochenende den Betrieben nicht zum Verhängnis wird. Er setzt auf die Unterstützung der Polizei. Gegenüber der bz sagt er: «Wie erwarten von den Behörden, dass sie während der Spitzenstunden vor Ort sind, um eine Überfüllung zu verhindern. Die Wirte können auf die Einhaltung der Massnahmen in ihren Betrieben achten, nicht aber im öffentlichen Raum.»

Massnahmen müssen kontrolliert werden

Konkret stelle er sich eine höhere Polizeipräsenz vor, um die Menschen auf die Maskenpflicht aufmerksam zu machen oder den Besucherstrom umzulenken, wenn besonders viele Menschen auf einmal die Steinenvorstadt passieren wollen. Er ist guter Dinge, dass die Polizei ihre Lehren aus dem sonnigen Wochenende zieht und den öffentlichen Raum stärker kontrollieren wird, wenn die Temperaturen weiterhin so mild bleiben: «Die Kontrolle der Massnahmen muss nun aufgeteilt werden, um kritische Situationen zu vermeiden. Sonst wird das Gastgewerbe zum Sündenbock.»

Die zuständigen Behörden, das Gesundheitsdepartement (GD) und das Justiz- und Sicherheitsdepartement (JSD) wollen die Gastronomiebetreiber allerdings durchaus stärker in die Pflicht nehmen. In einer gemeinsamen Antwort erinnern der Mediensprecher des JSD Toprak Yerguz und GD-Mediensprecherin Anne Tschudin an einen Samstagabend im Mai des vergangenen Jahres, der schweizweit für grosse Aufregung sorgte: «Damals nach der ersten Welle hatten wir eine ähnliche Situation in der Steinenvorstadt. Sie konnte mit verstärkten Kontrollen und Massnahmen gegen Betriebe, welche sich nicht an die behördlichen Vorgaben halten, wieder beruhigt werden. Entsprechend steht nun in einem ersten Schritt diese Vorgehensweise im Vordergrund.» Weitergehende Massnahmen blieben vorbehalten.

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