Stephan Musfeld hat grosse Verdienste um den Basler Sport. Der Bauunternehmer gilt als Vater des St. Jakob-Parks sowie der St. Jakob-Arena. Im August 2008 eröffnete er in Muttenz zudem das Oldtimer-Museum Pantheon Basel.

Wegen der Werbung für dieses Museums liegt Musfeld seit Jahren im Clinch mit den Behörden. An der Südfassade des Wohnhauses Gellertstrasse 220 in Basel, in unmittelbarer Nähe der Autobahn A2, möchte er mit einem Megaposter (10,5 mal 14 Meter) auf die Institution aufmerksam machen. Musfelds Firmen, darunter die Musfeld AG und die Pantheon Basel AG, haben ihren Sitz im benachbarten Bürogebäude Gellertstrasse 224. Beide Häuser stehen auf einer Parzelle, die der Musfeld AG gehört. Nach dem Bauinspektorat hat nun aber auch die Baurekurskommission das Reklamebegehren abgewiesen.

Im Entscheid der Baurekurskommission, welcher der «Schweiz am Sonntag» vorliegt, heisst es, dass das geplante Megaposter die Voraussetzungen von Artikel 58 des kantonalen Bau- und Planungsgesetzes nicht erfülle. Darin steht, dass Reklamen in Bezug auf die Umgebung so zu gestalten sind, dass eine gute Gesamtwirkung entsteht. Laut der Kommission, die unter dem Präsidium ihres Vizepräsidenten Roland Strauss tagte, ordne sich das Plakat nicht befriedigend in die bauliche Umgebung ein, weshalb am strittigen Standort keine gute Gesamtwirkung entstehe.

Nach einem Augenschein ist die Kommission zum Schluss gelangt, dass es grundsätzlich möglich wäre, an besagter Fassade eine grossformatige Werbung zu platzieren. Das Anbringen des Posters auf dieser Fassade würde aber dazu führen, dass die Brandmauer in einen oberen und unteren Bereich zweigeteilt würde und damit die Qualitätsansprüche nicht erfüllt würden. Eine Fassadenmalerei könnte diesen Effekt verhindern und die Fassade als Ganzes erhalten.

«Die Haltung der Baurekurskommission ist zu streng», sagt Musfelds Anwalt Paul Rüst gegenüber der «Schweiz am Sonntag». «Wir sind der Meinung, dass zwischen einer Fassadenmalerei und einer auf einer Folie aufgezogenen Reklame kein Unterschied im Erscheinungsbild besteht.» Der Kostenunterschied sei hingegen beträchtlich. «Eine Fassadenmalerei ist sehr teuer.»

Rüst vertritt die Ansicht, dass die geforderte gute Gesamtwirkung mit dem vorliegenden Projekt eingehalten sei. Nach einem früheren abschlägigen Entscheid des Bauinspektorats wurde das Poster überarbeitet und zurückhaltender gestaltet. In schwarzer Farbe auf weissem Grund sind jetzt nur noch das Logo des Pantheons (ein Oldtimer) sowie zwei Textzeilen (Pantheon Basel und Forum für Oldtimer) abgebildet.

Wie dem Entscheid der Baurekurskommission zu entnehmen ist, argumentiert Rüst im weiteren damit, dass die Werbefläche primär auf die Autobahn wirke und die Wohnüberbauung nicht beeinträchtigen würde. Es handle sich zudem um eine Werbung für eine Einrichtung, die im gesellschaftlichen und kulturellen Leben der Region eine grosse Bedeutung habe. Rüst hat nun Rekurs beim Appellationsgericht eingereicht und ist optimistisch, dass Musfelds Megaposter doch noch bewilligt wird. «Die Parteien haben sich im Laufe des Verfahrens angenähert», sagt er.