Ein Fehler im EDV-Programm habe zu einer Fehlsteuerung bei der Zuteilung der Dokumente geführt. Damit erklärt Natalie Waltmann, Sprecherin der Bank Coop, weshalb Tausende von Bankkunden Jahresabschlüsse anderer Kunden erhielten.

Da sowohl Finanzmarktaufsicht als auch Staatsanwaltschaft ermitteln, hat die Basler Kantonalbank (BKB) als Mehrheitsaktionärin nun ein weiteres Problem. Zwar wird der Fall nach aussen als Thema der Bank Coop dargestellt. Tatsache ist aber, dass Informatikleistungen seit längerem von der BKB für beide Banken erbracht werden.

Der Vorfall, der faktische Bruch des Bankgeheimnisses, wird in der Branche als gravierend eingestuft. Er trat jedoch nicht erstmals auf. Die «Schweiz am Sonntag» hat detailliert Kenntnis von fehlgeleiteten Bankauszügen der BKB aus dem Jahr 2010.

Damals wurden zahlreiche Belege im Zusammenhang mit Liegenschaftsverwaltungen an den falschen Kunden geschickt. Der gleiche Fehler passierte noch ein zweites Mal, als die BKB schon von der ersten Panne wusste. Die Bank versuchte den Fall aus der Öffentlichkeit zu halten und erklärte, es handle sich um einen Einzelfall.

Leserkommentare zu Berichten diese Woche lassen zudem vermuten, dass es in den vergangenen Jahren eine Reihe weiterer Pannen gegeben hat. Eine O. S. schrieb, vor drei Jahren habe ihr die Bank Coop mehrere Auszüge von «mir völlig fremden Personen» zugestellt. Und ein R. M. teilt mit: «Das geschah auch schon vor zehn Jahren.» (cm/hec)