Herr Schweizer, heute eröffnen Sie die erste offizielle Plattform für den wirtschaftlichen Austausch mit China in der Nordwestschweiz. Sie wollen damit unter anderem Schweizer Unternehmen helfen, in China Wurzeln zu schlagen. Wie ist diese Idee entstanden?

Gabriel Schweizer: Die «China Business Plattform» (CBP) ist Teil der Standortförderung des Kantons Basel-Stadt. Die Idee ist aus der Städtepartnerschaft von Basel mit Schanghai entsprungen. Aus dieser Partnerschaft sind verschiedene Projekte mit China entstanden, unter anderem im Bildungs- oder Gesundheitsbereich. Unsere Idee ist, die guten Beziehungen mit Schanghai den Unternehmen zur Verfügung zu stellen. Mit dem erst kürzlich zustande gekommenen Freihandelsabkommen zwischen der Schweiz und China ist der Zeitpunkt ideal dafür.

Wie gross ist Ihr Team?

Ich bin der Geschäftsführer von CBP und alleine. Durch die Anbindung der CBP an die Standortförderung im Kanton Basel-Stadt arbeiten weitere Personen aus dem Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) teilweise für die CBP.

Was bietet Ihre Plattform an?

Erstens wollen wir eine Anlaufstelle sein für KMU aus der Nordwestschweiz, die Unterstützung in ihrer Zusammenarbeit mit China suchen. Wir bieten Beratung an und geben Orientierung. Durch die Städtepartnerschaft haben wir das Netzwerk und verfügen über Partnerorganisationen in China und der Schweiz.

Und zweitens?

Wir wollen Firmen aus China, die in die Schweiz investieren wollen, optimal betreuen. Wir haben Büroräume eingerichtet, die Firmen mieten können, wenn sie eine Investition in die Nordwestschweiz planen oder evaluieren. Und drittens wollen wir ein Business Netzwerk aufbauen zwischen Chinesen, die hier leben und Schweizern, die einen Bezug zu China haben.

Was müssen KMU wissen, bevor sie nach China expandieren?

Die Schweizer Firmen müssen sich sicher sein, dass eine Expansion funktioniert. Dies ist in China definitiv schwieriger als anderswo. Man braucht viel Geduld und ein finanzielles Polster, um eine Chance zu haben, Fuss zu fassen. Und dann müssen Partner gefunden werden. Persönliche Beziehungen sind in China von zentraler Bedeutung. Zudem organisiert die CBP zusammen mit Regierungsrat Christoph Brutschin und mit interessierten Unternehmern einmal im Jahr eine Reise nach China, um den Schweizer KMU einen guten Zugang zu verschaffen.

Worauf muss man denn achten, wenn man mit den Chinesen Geschäfte machen möchte?

Zum Beispiel muss man davon ausgehen, dass sich alles ändern kann. Man kann sich nie auf den ersten Eindruck verlassen. Zudem muss man wissen, dass ein chinesischer Geschäftsmann eine Partnerschaft nur eingeht, wenn auch er davon profitiert. Man muss sich also immer überlegen, was man den Chinesen anbietet und man muss sich Zeit nehmen, den chinesischen Partner zu verstehen. Und zu guter Letzt: Die Regierung ist immer dabei. Wir haben zu ihr Kontakt. Wir überlegen uns, mit anderen Organisationen zusammen Schweizer Unternehmen Crashkurse anzubieten in Sachen Verhalten mit den Chinesen.

Ist Basel in China als Wirtschaftsstandort ein Begriff?

Die Schweiz eher, Basel weniger. Deswegen ist es wichtig, dass wir im Rahmen der Städtepartnerschaft als Einheit auftreten und die wirtschaftlichen Stärken der Nordwestschweiz besser kommunizieren.

Woher haben Sie die Kompetenz, diese Aufgabe zu übernehmen?

Ich habe Sinologie studiert und fünf Jahre in China gelebt und gearbeitet, kann die Sprache sehr gut und habe viele Erfahrungen gesammelt.

Was ist Ihr Ziel mit CBP?

Unser Ziel ist, mit anderen Kantonen der Nordwestschweiz zusammenzuarbeiten. Wir arbeiten bereits eng mit dem Kanton Jura zusammen und es sieht gut aus, dass eine offizielle Beteiligung des Kantons Jura an der CBP zustande kommt.

China Business Plattform Technologiepark Basel, Hochbergerstrasse 60C, www.china-business-platform.ch