Zolli

Bei den Basler Äffchen ist das mit den Geschlechtern so eine Sache

Auch die Basler Äffchen genossen die Sonne. Pfleger Adrian Baumeyer erzählt von frechen Jungtieren, Geschlechterverwirrungen und unglaublichen Vorkommnissen im Basler Zolli.

Auch die Klammeraffen im Zoo Basel genossen die ersten Sonnenstrahlen. In kleinen Grüppchen sassen sie im Aussengehege und schauten die vielen Besucher verwundert an. Dann wendeten sie sich wieder ihren eigenen Tätigkeiten.

Die Jungtiere turnten durchs Gehege und veranstalteten wilde Verfolgungsjagden. Ihren langen Greifschwanz können sie noch nicht gut so gut einsetzen. «Es ist ein bisschen wie laufen lernen», sagt Pfleger Adrian Baumeyer. Der Schwanz ist für die Klammeraffen sehr wichtig. In ihrer natürlichen Umgebung, den Regenwäldern Mittelamerikas, bewegen sie sich hoch oben in den Baumkronen. Vierzig Meter über dem Boden ist es essenziell, das Gleichgewicht halten zu können und nicht runter zu fallen.

Es wird noch ein bisschen dauern, bis sich die Kleinen ganz von der Mutter abgelöst haben. Doch jetzt schon versuchen sie ihren Vater zu provozieren und zum Mitspielen zu animieren. 

Im Zolli leben derzeit elf Klammeraffen: Vier Männchen, fünf Weibchen und die zwei Jungen. Doch die begeisterten Zuschauer vor dem Gehege der Klammeraffen müssen aufpassen. Bei der Affenart ist nicht leicht zu sagen, welche Affen Weibchen und welche Männchen sind. Die Klitoris der Weibchen ist verlängert, weshalb sie oft für Männchen gehalten werden.

Männchen und Weibchen gleichzeitig 

Auch bei den Lisztäffchen ist das mit den Geschlechtern so eine Sache. Als die Affen-Dame Gitana 2016 nach Basel kam, bemerkten die Pfleger schnell, dass da etwas nicht stimmte. «Zuerst wurde sie auf eine Blasenentzündung behandelt». Schnell merkte man aber, dass dies gar nicht die Ursache für ihr komisches Verhalten ist, so Baumeyer.

Um dies zu erklären, braucht es eine kleine Biologielektion, warnt er lachend. Schon in den 30er-Jahren fanden Wissenschaftler heraus, dass die Lisztäffchen immer Zwillinge gebären. Die Weibchen werden doppelt befruchtet. Die beiden Embryonen können im Mutterleib Stammzellen austauschen. 

Bei Gitana war dies der Fall. Sie war eigentlich ein Männchen, hatte jedoch die Geschlechtsorgane der Schwester «bekommen». Zum Erstaunen der Pfleger, gebar sie dennoch zwei Junge - diese verstorben jedoch nach der Geburt, der Grund ist unklar. Baumeyer ist nicht bekannt, dass es so etwas schon mal gegeben hat. 

Autor

Olivia Meier

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