So langsam werden die Folgen der Unregelmässigkeiten bei den BVB sichtbar. Bei der Finanzkontrolle, die offenlegte, dass bei den BVB Aufträge regelwidrig vergeben und bei Spesen, Löhnen und Auszahlungen teilweise schamlos betrogen wurde, macht man sich Gedanken über die Zukunft: «Wir werden im Nachgang zu den Vorfällen bei den BVB unser Augenmerk verstärkt auf das interne Kontrollsystem bei den ausgelagerten Betrieben richten.» Dies kündigt Daniel Dubois, Leiter der staatlichen Finanzkontrolle, an.

Denn bei den BVB wie auch bei den anderen ausgelagerten Staatsbetrieben wie den Spitälern oder den IWB ist die Finanzkontrolle nicht die Revisionsstelle. Diese Aufgabe nimmt sie nur für die Kantonsverwaltung direkt wahr.

Bei den ausgelagerten Betrieben tun dies private Revisionsfirmen, die vom jeweiligen Verwaltungsrat beauftragt werden. Im Falle der BVB war dies die Firma Ernst & Young. Deren Prüfer fanden offenbar nichts Verdächtiges an den Finanzbewegungen bei den BVB: «Wir bestätigen, dass ein gemäss den Vorgaben des Verwaltungsrates ausgestaltetes internes Kontrollsystem für die Aufstellung der Jahresrechnung existiert», liest man im Bericht der Revisionsstelle. Und weiter: «…, dass die Buchführung, die Jahresrechnung und die Geschäftsführung dem Organisationsgesetz der BVB (…) entsprechen.»

Nicht alles wird geprüft

Die Revision segnete also die offensichtlich ungenügende Arbeit des internen Controllings der BVB ab. Dubois erklärt sich dies damit, dass nicht jede einzelne noch so kleine Ausgabe geprüft werde: «Bei jeder Revision gibt es eine betraglich festgelegte ‹Wesentlichkeitsgrenze›. Diese bestimmt den Umfang der Prüfungshandlungen und ist entscheidend dafür, ob festgestellte Fehler zu einer Revisionsbemerkung führen.»

Eine solche Revisionsbemerkung hätte dann auch die Finanzkontrolle auf den Plan gerufen. Denn die Behörde ist an der Revision beaufsichtigend beteiligt: «Wenn es eine gewählte privatrechtliche Revisionsstelle gibt, sehen wir deren Prüfungsergebnisse ein und nehmen an der Abschlussbesprechung teil.» Steht aber in diesen Ergebnissen nichts Aussergewöhnliches, dann wird die Finanzkontrolle auch nicht von sich aus tätig.

Schwierige Suche nach Schuldigen

Die Schuld nun aber der Revisionsfirma Ernst & Young zuzuschieben, oder dem BVB-eigenen Controller, davon hält Dubois auch nichts: «Ob die Revisionsstelle diese Fehler hätte aufdecken können, ist schwierig zu beurteilen. Die Revisionsstelle prüft im Rahmen der ordentlichen Revision die Existenz eines internen Kontrollsystems (IKS). Der Verwaltungsrat ist für die Risikobeurteilung und somit für die Einführung und die Überwachung des IKS zuständig.»

Damit liegt der Schwarze Peter auch im Falle des Controllings und der Revision wieder dort, wo er bereits seit einer Woche liegt: Beim Verwaltungsrat der BVB, der die Controlling-Regeln vorgab, und der BVB-Geschäftsleitung. Denn Letztere wäre für die Überwachung und Durchführung des Controllings zuständig.