Der Soundcheck der «Countdowns» geht schnell über die Bühne. Sonst wirkt alles noch ein wenig chaotisch im Schauspielhaus. In einer Woche feiert «fyrimmerjung», eine musikalische Zeitreise zurück in die 40er-Jahre, Premiere.

70 Jahre Musikgeschichte

«Wir wollten nicht eine Bühne auf den Barfi stellen, wie es vielleicht von uns erwartet worden wäre», sagt Christian Platz, Präsident der Basler Freizeitaktion (BFA) und verantwortlich für den Text der musikalischen Show. Die Gefahr, neben dem Jugendkulturfestival und dem Imagine beliebig zu werden, sei gross gewesen. Die Zusammenarbeit mit dem Basler Theater ging von der BFA aus. Inspiriert vom Stück «Gleis X» des Regisseurs Tom Ryser, kam die Idee, 70 Jahre zurück zu blicken. «Ich wollte für jedes Jahrzehnt des 70-Jahr-Jubiläums eine Band haben», sagt Platz.

Das spiegelt sich im Programm wieder (siehe Box). Ryser führt auch bei «fyrimmerjung» Regie. Der älteste Musiker ist Buzz Bennet, 74 Jahre alt. «Er wird Frank Sinatra singen – Bennet ist ein Muss, wenn man die Basler Musikszene über 70 Jahre beleuchten will«, sagt Platz. Die jüngste Sängerin ist Wesline Mbeheu. Sie ist 13 Jahre jung und wird Adeles Hit «Someone like you» vortragen.

Wie bewegt man verschiedene renommierte Künstler dazu, sich an einem solchen Projekt zu beteiligen? «Dadurch, dass wir sie persönlich kennen», sagt George Hennig und lacht. Er hat 20 Jahre lang das Sommercasino geleitet und ist heute Geschäftsführer der BFA. Für ihn und Platz ist das Premiersdatum, der 12. Oktober, ein spezieller Tag.

Umbenennung zum Geburtstag.

Aus der BFA, die am nächsten Freitag 70 Jahre alt wird, wird neu die «JuArBasel» – die Jugendarbeit Basel. «Wir wollten weg von der Aktion und im Namen unsere Arbeit berücksichtigen», sagt Platz dazu.

Besonders ist die Kooperation auch für Eva Böhmer, die Dramaturgien des Stücks. Sie schätzt die Zusammenarbeit mit der BFA. «Wir haben den Text von Christian Platz bekommen und diesen dann frei überarbeitet.» Ihr gefällt die Rhythmik und dass Platz es geschafft hat, die verschienen Ausdrücke aus den Jahrzehnten einzufangen.

«Jugendkultur drückte sich früher viel mehr über Musik und die Sprache aus», sagt sie. Heute sei alles flexibler und offener, die Abgrenzung zu den Erwachsenen sei weniger stark. «Wir erwarten auch deswegen ein gemischtes Publikum, das wir aktiv einbinden wollen», verrät sie.