Der Baselbieter Bildungsdirektor Urs Wüthrich spricht von einem Entscheid, der «noch historischer» sei, als die bereits als historisch gefeierten bisherigen Harmonisierungsentscheide im Bildungswesen. Der Bildungsrat in Baselland und der Erziehungsrat in Basel-Stadt haben sich auf praktisch identische Stundentafeln geeinigt - und das über alle Stufen vom Kindergarten bis zum Gymnasium. Heute präsentierten Wüthrich und sein Basler Kollege Christoph Eymann im Liestaler Museum.BL das Resultat «intensiver Zusammenarbeit».

Ab 2014/15 werden die neuen Stundentafeln nach und nach eingeführt. Sie geben vor, wie viele Stunden eines Faches pro Woche an den Schulen unterrichtet werden muss. Im Kindergarten und im Gymnasium wird nur ein Jahrespensum vorgegeben, um eine hohe Flexibilität zu erreichen. Die Gewichtung sei dabei auf den Lehrplan 21 abgestimmt, der ab 2015/16 für alle Deutschschweizer Kantone den Rahmen vorgibt. Damit ergibt sich auch ein stärkerer Fokus auf die Fächer Mathematik, Naturwissenschaften und Sprachen.

Die Bildungsdirektoren konnten denn auch nicht widerlegen, dass ein gewisser Abbau bei anderen Fächern - insbesondere beim bildnerischen Gestalten und Musik - Tatsache ist. Der Leiter der Basler Volksschulen, Pierre Felder, gab unumwunden zu, dass besonders die Sekundarstufe I «der Kampfplatz der Interessen» gewesen sei. Es galt also, auszutarieren. Alle Wünsche hätten unmöglich berücksichtigt werden können.

Matur vereinheitlicht

Auch die Zusammenarbeit zwischen Basler und Baselbieter Gymnasien wird vertieft. In Zukunft werden die Maturitätsprüfungen so aufeinander abgestimmt, dass deren Resultate vergleichbar sind, und eine beschränkte Wahlfreiheit über die Kantonsgrenzen eingeführt.

Um den direkten Kontakt zwischen den Schulen zu fördern, wird ein bikantonales Netzwerk Schulentwicklung aufgebaut, über das ein Austausch unter Schulleitungen beider Kantone, gegenseitige Besuche, Hospitationen und Schulpartnerschaften organisiert und gepflegt werden können. (agt/mni)