Das Herzstück – der Tunnel unter dem Rhein zwischen den beiden Basler Bahnhöfen – löse weitreichende Kapazitätsprobleme, sagten die Baselbieter Baudirektorin Sabine Pegoraro und ihr baselstädtischer Amtskollege Hans-Peter Wessels am Freitag vor den Medien in Liestal. Die beiden Basel reichen beim Bund identische und gemeinsam erarbeitete Vernehmlassungsantworten zum Ausbauschritt 2030/35 ein.

Mit der Aufnahme der Projektierungsmittel von rund 120 Millionen Franken könnten die Arbeiten am Herzstück ohne Unterbruch bis zur Realisierung weitergeführt werden. Eine Vorfinanzierung der Projektierungkosten, wie dies der Bund vorschlägt, sei für die Kantone nur dann denkbar, wenn es eine Garantie auf Rückzahlung gebe. Eine Vorfinanzierung auf eigenes Risiko lehnen sie ab.

Ziel der beiden Basel ist es zudem, dass im folgenden Ausbauschritt bis 2040 die Finanzierung des gesamten Herzstücks aufgenommen wird. Die Verantwortlichen rechnen derzeit damit, dass das Projekt in den kommenden sieben bis zehn Jahren Baureife erreichen könnte. Ebenso lange werde anschliessend der Bau dauern.

Wichtige Projekte enthalten

Insgesamt zeigten sich Pegoraro und Wessels mit dem vom Bundesrat vorgeschlagenen Bahnausbauschritt 2035 «sehr zufrieden». Enthalten seien wichtige Projekte wie etwa der Doppelspurausbau im Laufental, der Bahnanschluss des Euro-Airports, die Taktverdichtung nach Lörrach (D), die Elektrifizierung der Hochrheinstrecke sowie die Viertelstundentakte nach Liestal und Aesch.

Neben den Herzstück-Projektierungskosten fordern die beiden Regierungen jedoch ebenfalls eine definitive Aufnahme der S-Bahnhaltestellen Solitude und Morgartenring in Basel, Dornach Apfelsee sowie der Tramhaltestelle Ruchfeld in Münchenstein. Wessels strich dabei mit Blick auf die Fertigstellung des Roche-Ausbaus insbesondere die Wichtigkeit der Haltestelle Solitude heraus.

Im Weiteren wieder in den Ausbauschritt aufnehmen soll der Bund die Durchbindung der S9 von Sissach nach Liestal. Nachdem das Stimmvolk Ende November eine Umstellung des «Läufelfingerlis» auf Busbetrieb abgelehnt hatte, halte der Kanton an dieser alten Forderung fest, sagte Pegoraro. Damit werde auch ein Wusch des Landrats umgesetzt.

Der Bundesrat will dem Parlament bis Ende Jahr die Botschaft zum Bahnausbauschritt bis 2035 vorlegen. Finanziert wird der Ausbau über den Bahninfrastrukturfonds (BIF).