EuroAirport
Beim EuroAirport haben Frauen nichts zu sagen

Der EuroAirport wird von einem reinen Männerrat geführt: Im 16-köpfigen Verwaltungsrat sitzt keine einzige Frau. Basler EVP-Grossrat Wydler fordert in einem Vorstoss, dass dieser Missstand bei den nächsten Erneuerungswahlen 2016 korrigiert wird.

Fabian Muster
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Sitzt im reinen Männer-Verwaltungsrat: Baselbieter Finanzdirektor Adrian Ballmer.

Sitzt im reinen Männer-Verwaltungsrat: Baselbieter Finanzdirektor Adrian Ballmer.

Christoph Wydler beruft sich auf eine Antwort, die der Bundesrat auf eine ähnliche Motion der Baselbieter SP-Nationalrätin Susanne Leutenegger Oberholzer gegeben hat.

Der Bundesrat übt Druck aus

Ein reines Männergremium verstosse laut dem Bundesrat gegen Artikel 8 der Bundesverfassung. «Der Bund wird sich bei der nächsten Erneuerungswahl dafür einsetzen, dass der Frauenanteil in der Schweizer Delegation vergrössert wird», schreibt die Landesregierung. Für Leutenegger sind das sehr «hoffnungsvolle Zeichen». In ihren Augen soll aber noch vor Ablauf der Amtsperiode ein Mitglied zurücktreten und einer Frau Platz machen.

Auf die Zusammensetzung des Verwaltungsrates hat die Flughafendirektion keinen Einfluss. Die Mitglieder ernennt je zur Hälfte das französische und das Schweizer Verkehrsdepartement auf Nomination der regionalen Regierungen.

Verkehrsspezialisten gesucht

Auf Schweizer Seite sind dies die Basler und die Baselbieter Regierung. Für das Baselbiet sitzen Finanzdirektor Adrian Ballmer und Andreas Büttiker, Direktor der Baselland Transport AG (BLT) im Gremium. «Wir suchten damals einen ausgesprochenen Verkehrsspezialisten», begründet Landschreiber Alex Achermann die Wahl Büttikers.

Basel-Stadt vertreten unter anderem Regierungspräsident Guy Morin und Wirtschaftsdirektor Christoph Brutschin. «Wir setzen auf geeignete Persönlichkeiten und schauen nicht primär aufs Geschlecht», sagt Generalsekretär Claus Wepler vom Wirtschaftsdepartement.

Esther Maag: «Das sind Ausreden»

Diese Argumente kennt Esther Maag zur Genüge. Die Baselbieter Grünen-Landrätin hat die Projektgruppe «Frauen in die Verwaltungsräte» gegründet und weiss um die Ausreden der Teppichetage in den Firmen. Es heisse immer, «wir brauchen Fachkräfte», sagt sie. «Das ist ein Witz.»

Im Verwaltungsrat brauche es nicht vorwiegend Fachwissen, sondern strategisches Denken und Führungserfahrung. Bei der Auswahl würden meistens nur jene Personen herangezogen, die man eh schon kenne, kritisiert Maag. Auch Petra Studer, Vizepräsidentin der FDP-Frauen Schweiz, sähe für den Verwaltungsrat des Euro-Airports keine Probleme, geeignete Frauen zu finden. «Es geht nicht nur um Technik, auch allgemeine Kenntnisse über Reisen sind hilfreich.»

Der Euro-Airport ist nicht der einzige staatsnahe Betrieb der Region mit einem Männerproblem. Im achtköpfigen Verwaltungsrat der Basler Verkehrsbetriebe ist ebenfalls keine Frau vertreten. Sprecherin Dagmar Jenny verweist auf den Kanton als Besitzer: «Das Problem ist uns bekannt. Wir haben die Regierung schon ein paar Mal darauf hingewiesen.» Auch bei der von Gemeinden getragenen Elektra Baselland ist der Verwaltungsrat ein reiner Männerrat.