Seit dieser Saison ist Benjamin Huggel Fussball-Co-Kommentator bei SF statt FCB-Spieler. Anfangs Oktober sagte eine dem inneren SF-Kreis angehörende Person gegenüber der «Nordwestschweiz», dass Huggel als Co-Kommentator bei Spielen des FC Basel nicht mehr tragbar sei.

Am 6. Oktober schrieb die «Nordwestschweiz» deshalb, dass Huggel von nun an nur noch Partien ohne FCB-Beteiligung kommentieren wird. Dies hat sich als falsch herausgestellt: Morgen Sonntag duelliert sich der FC Basel mit Leader GC, SF überträgt live ab 16 Uhr und der Co-Kommentator neben Sascha Ruefer heisst: Benjamin Huggel.

«Huggel ist ein Volltreffer»

Für Notker Ledergerber, SF Programmleiter Sport, ist Huggel ein «Volltreffer», ja sogar eine «Trouvaille». Er ergänze sich mit «Lebensversicherung» Hans-Peter Latour, dem anderen, langjährigen Fussball-Co-Kommentator auf SF, hervorragend.

Ledergerber lobt Huggel zu Recht. Die Kommentare des Baslers bei den Live-Übertragungen sind ein Gewinn, er bringt dem TV-Zuschauer das taktische Geschehen auf eloquente Art nahe. Hörbar ist auch, wie sich Huggel mit jedem Einsatz verbessert.

Der Nutzen der Fussballer-Augen

Zu Diskussionen geführt hat die Frage, ob es richtig ist, Huggel, den ehemaligen FCB-Spieler und aktuellen Assistenztrainer der Basler U21, Spiele mit FCB-Beteiligung kommentieren zu lassen. Nach dem Spiel Basel-Sion gingen bei SF kritische Reaktionen ein, weil Huggel nach einem Rencontre ein bisschen zu stark Partei für einen FCB-Spieler ergriffen haben soll. Nur: Huggel hätte gleich reagiert, auch wenn sich die gleiche Szene zwischen zwei anderen Vereinen abgespielt hätte. Er sagt: «Ich habe den Auftrag, das, was ich sehe, mit meinen Fussballer-Augen den Zuschauern zu erklären.»

Im Allgemeinen kommen Huggels Kommentare bei den Zuschauern gut an. Sein Ziel lautet: «Ich möchte als Botschafter den Leuten unseren wunderbaren Sport weitervermitteln.»

«Überzeugt von Fachkompetenz»

Zur Frage, ob es besser wäre, ausschliesslich Spiele ohne FCB-Beteiligung zu kommentieren, lässt Huggel lieber seinen Chef Ledergerber sprechen. Dieser sagt: «Die kritischen Stimmen über seine Basel-Kommentare sind nachvollziehbar. Aber wir nehmen diese in Kauf, denn wir sind überzeugt von seiner Persönlichkeit und Fachkompetenz.»

Seit dieser Saison überträgt SF pro Meisterschaftsrunde ein Spiel live. Die einzige Vorgabe lautet: Jedes Team muss mindestens einmal zu Hause und einmal auswärts gezeigt werden. Deshalb ist nicht jedes Live-Spiel das «Top-Spiel» der Runde.

Am Sonntag beim Spiel FC Basel gegen die Grasshoppers droht dieses Problem kein bisschen.