3er-Tramverlängerung
Bereits in drei Jahren mit dem Tram ins Elsass

Nachdem es lange Jahre so aussah, dass das elsässische Tramprojekt kaum vorwärts kam, hat es nun Fahrt aufgenommen. Ende 2017 soll nun die neue Verbindung von Basel Burgfelden bis zum Bahnhof von Saint-Louis in Betrieb genommen werden.

Peter Schenk
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Verbindung von Basel Burgfelden bis zum Bahnhof von Saint-Louis soll aufgenommen werden (Symbolbild).

Verbindung von Basel Burgfelden bis zum Bahnhof von Saint-Louis soll aufgenommen werden (Symbolbild).

Kenneth Nars

Es geht voran mit der 3er-Tramverlängerung von Basel nach Saint-Louis. Auf der französischen Seite ist das Bauprojekt fertig und die Vernehmlassung wurde Mitte November abgeschlossen. In Basel läuft die Planauflage noch bis zum 16. Dezember. Solange können noch Einsprachen erhoben werden. Es können zwar noch welche kommen, aber «bisher sieht es gut aus», kommentiert André Frauchiger, Mediensprecher des Basler Tiefbauamts.

Endlich Schwung im Elsass

Die Franzosen wollen schon bald damit beginnen, erste Aufträge auszuschreiben und wenn alles so gut weiterläuft, könnte das Tram bereits Ende 2017 in Betrieb genommen werden. Die 8er-Tramverlängerung von Basel nach Weil am Rhein, die am 12. Dezember eingeweiht und am 14. Dezember mit mehreren Festen an den neuen Haltestellen in Betrieb genommen wird, können die Elsässer nicht mehr einholen. Aber nachdem es lange Jahre so aussah, dass das elsässische Tramprojekt kaum vorwärts kam, hat es nun Fahrt aufgenommen.

Geplant sind insgesamt 3,3 Kilometer neue Tramgleise. Davon verlaufen 2,8 Kilometer im Elsass und 500 Meter in der Schweiz. In Basel wird die Wendeschlaufe neu an den Burgfelder Zoll verlegt, wo auch eine neue Zollkabine geplant ist. Bis hierhin verkehren die Trams im 7,5 Minutentakt, jedes zweite Tram fährt weiter nach Saint-Louis, dass somit in den Genuss eines 15 Minutentakts kommt. In Basel wird durch die 3er-Tramverlängerung die nördliche Friedmatt erschlossen. Mit der Rehab, dem Bürgerspital und dem Sportzentrum Pfaffenholz werden 500 Einwohner und 900 Arbeitsplätze an das Tramnetz angebunden.

Auf französischer Seite erhalten die 4000 Einwohner von Bourgfelden eine Tramstation, hauptsächlich wird dort aber das neue Siedlungsgebiet Lys erschlossen. Hier sollen 2500 Jobs entstehen und 1200 Personen wohnen. Das Tram kommt westlich vom Bahnhof von Saint-Louis an, der sich so zu einer multimodalen Verkehrsplattform entwickeln wird. Schon heute sind hier die bestehenden Parkplätze aufgrund der Pendler, die auf den Zug nach Basel umsteigen, ab morgens um 7 Uhr belegt.

Die ursprünglich für 350 Parkplätze konzipierte Park & Ride-Anlage, die noch gebautwerden muss, wird deshalb auf ein Parkhaus mit 750 Plätzen erweitert.

Kosten soll die Tramverlängerung insgesamt 86,5 Millionen Franken, wovon 56,4 Millionen in Frankreich und 30 Millionen in der Schweiz anfallen. Der Bund unterstützt das Vorhaben im Rahmen des Agglomerationsprogramms, in dem es nach einer Zurückstufung zuletzt wieder hochgestuft wurde, mit 35 Prozent.

Paris liess mit sich reden

Auf der französischen Seite hatte der Staat seine Beteiligung in Höhe von 5,73 Millionen Euro ursprünglich an den Baubeginn bis Ende 2013 gekoppelt, hatte sich aber schliesslich erweichen lassen, dieses Datum bis Ende 2015 zu verlängern. Als nächster Schritt steht laut Hubert Vaxelaire, beim Zweckverband der südelsässischen Gemeinden «Communauté de Communes des Trois Frontières» (Comcom) für den öV zuständig, jetzt die sogenannte «Déclaration d’utilité publique» an. Damit erteilt der Präfekt als Vertreter des Staates die Baubewilligung. Bei der Comcom geht man davon aus, dass es damit keine Schwierigkeiten geben wird. Sie wird für März 2015 erwartet. Im April 2015 sollen dann die ersten Vorbereitungsarbeiten für die neue Tramlinie beginnen, die Hauptarbeiten starten im Juli. Vaxelaire geht davon aus, dass die ersten Testfahrten zwei Jahre später, im Juli 2017, folgen können. Auf Ende 2017 soll das Tram in Betrieb genommen werden.

Neue Brücken für 8er-Tram

Die im Vergleich zur Tramverlängerung nach Weil am Rhein kurze Bauzeit dürfte darauf zurückzuführen sein, dass im Elsass keine neue Brücken gebaut werden müssen. Am aufwendigsten war in Deutschland der Bau der Trambrücke über die Gleise der Deutschen Bahn gewesen – eine der Hauptverbindungen auf der Nord-Süd-Achse in Europa. Auch in Basel mussten vier Brücken, teils aufwendig, erneuert werden. Laut Hubert Vaxelaire reicht es im Elsass aus, die beiden Brücken über die Flughafenstrasse und die Autobahn lediglich zu verstärken. Einfacher sind die Bauarbeiten in Saint-Louis auch deshalb, weil die Quartiere nicht so eng besiedelt sind.

Auf der Schweizer Seite erwartet der Kanton laut André Frauchiger im September oder Oktober 2015 die Bewilligung des Bundesamts für Verkehr (BAV), auch dies sollte kein Problem sein. Der eigentliche Bau dauert dann von 2016 bis 2017.