Basel bekommt 2013 anteilsmässig weniger Asylbewerber vom Bund zugesprochen als 2012. Waren es letztes Jahr noch 2,3 Prozent aller Asylsuchenden, sind es seit dem 1.Januar noch 1,9 Prozent. Der Grund dafür ist das nationale Empfangszentrum Bässlergut. Weil dieses in Basel steht, wird der Stadtkanton dafür mit weniger Asylsuchenden «entschädigt». Seit diesem Jahr hat man in Bern den Verteilschlüssel angepasst. Ab sofort «zählt» das Bässlergut in der Kalkulation stärker, was vom Bundesamt für Migration mit weniger Asylbewerbern als Aufwandkompensation abgegolten wird. «Es ist ein komplizierter Meccano, der dazu führt, dass Basel weniger Asylsuchende bekommt», erklärt die Basler Asylkoordinatorin Renata Gäumann.

Zweiter Grund ist, dass die Zahl der Asylbewerber zwar nach wie vor hoch ist, aber letztes Jahr die 30000er-Marke nicht überschritten hat. Die schlimmsten Befürchtungen sind also trotz allem ausgeblieben.

Befürchtungen sind verflogen

Grund Nummer drei ist das Asylwohnheim im Hinterhaus der Mittleren Strasse 37, welches ab Anfang Februar bezugsbereit ist. Damit wird die Kantonale Koordination für Asyl- und Flüchtlingswesen entlastet, welche chronisch zu wenig Unterkünfte für die Asylbewerber zur Verfügung hat. Gestern Abend informierte die Asylkoordination zusammen mit der Flüchtlingshilfe und zwei Vertretern der Basler Polizei die Anwohner des neuen Wohnheims im Uni-Gebäude Bernoullianum.

Als das Vorhaben im letzten Herbst vorgestellt wurde, sorgte es für Aufsehen. Es wurde Kritik an der Kommunikationspolitik des Kantons laut (die bz berichtete). Ausserdem wurde befürchtet, dass das neue Wohnheim das Asylschiff – welches trotz Ankündigung nicht in Basel anlegen wird – eins zu eins ersetzen soll. Entsprechend viele Quartierbewohner besuchten gestern die Veranstaltung. Die Gemüter konnten aber grösstenteils beruhigt werden.

Im neuen Haus werden ausschliesslich Frauen mit Kindern einziehen. Konkret sind es 15 Frauen mit Kindern und 12 ohne. Die Kinder sind zwischen 0 und 3 Jahre alt. Die meisten der neuen Bewohnerinnen kommen aus Eritrea. Die Kantonsvertreter sowie die Polizisten versicherten: «Das ist nicht die Zielgruppe, die Probleme macht.» Die Hausbewohner dürfen nach 22 Uhr keinen Besuch mehr empfangen. Während der ersten drei Monate werden Securitas-Angestellte patrouillieren.

Bei zwei Voten aus dem Publikum gab es gestern Applaus. Sie lauteten: «Bitte informieren Sie nächstes Mal besser» und «Danke, dass Sie sich um die Flüchtlinge kümmern.»

Asylkoordinatorin Renata Gäumann zieht deshalb ein positives Fazit: «Es ist gut gelaufen.» Die Kritik an der Kommunikation nimmt sie zur Kenntnis. «Wir tun was wir können», versichert sie.