Gewalt im Sport
Berner Gericht stützt Rayonverbot gegen vier FC Basel-Fans

Die Berner Kantonspolizei hat gegen vier FC-Basel-Fans zu Recht Rayonverbote ausgesprochen, obwohl zuvor die Staatsanwaltschaft eine Strafanzeige der Polizei gegen die vier fallen liess. Das hat das bernische Verwaltungsgericht entschieden.

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Berner Polizisten im Einsatz anlässlich eines Fussballspiels YB gegen Basel. (Symbolbild)

Berner Polizisten im Einsatz anlässlich eines Fussballspiels YB gegen Basel. (Symbolbild)

Keystone

Gemäss dem am Dienstag veröffentlichten Urteil machten die vier Basler geltend, ein Rayonverbot sei unzulässig, wenn in einem Strafverfahren kein strafbares Verhalten nachweisbar sei. Das entspreche einem Freispruch.

Dem hält das bernische Verwaltungsgericht erstens entgegen, das Strafrecht sei das eine. Rayonverbote seien etwas anderes, nämlich verwaltungsrechtliche Sanktionen, die nicht zwingend eine strafrechtliche Verurteilung voraussetzten.

Zweitens habe die bernische Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen die vier Basler nur deshalb fallen gelassen, weil sie keinen ausreichenden Tatverdacht für ein Offizialdelikt wie etwa schwere Körperverletzung erkannt habe.

Die Staatsanwaltschaft habe aber in ihrer Einstellungsverfügung nicht ausgeschlossen, dass die vier Basler gegen einen YB-Fan Gewalt angewendet hätten. Nur habe sich dieser Berner nicht finden lassen und keine Strafanzeige eingereicht. Deshalb sei kein Verfahren in einem Antragsdelikt wie etwa einfacher Körperverletzung möglich gewesen.

«Heftiger Angriff»

Zum Verhängnis wurde den vier Baslern letztlich, dass ein Berner Polizist ausser Dienst den umstrittenen Vorfall vor dem Spiel des BSC Young Boys Bern gegen den FC Basel vom 18. Oktober 2014 in Bern aus nächster Nähe beobachtete und Bericht erstattete.

Vor diesem Spiel kam es mehrfach zu Auseinandersetzungen zwischen FC-Basel-Fans und YB-Fans, wie die Berner Kantonspolizei schon am Tag nach dem Spiel berichtete.

In diesem Bericht hielt der Polizist fest, die vier Basler seien "in einer Art Pulk" auf den Berner losgegangen. Sie hätten ihm Faustschläge und Fusstritte versetzt. Durch den "heftigen Angriff" sei eine grosse Verletzungsgefahr entstanden. Der Angriff habe aber nur wenige Sekunden gedauert.

Diese Bericht sei glaubwürdig, schreibt das bernische Verwaltungsgericht. Er begründe den Verdacht der Berner Kantonspolizei hinreichend, dass sich die vier Basler im Sinn des Konkordats gegen Massnahmen gegen Gewalt bei Sportveranstaltungen gewalttätig verhalten hätten.

Die Berner Kantonspolizei untersagte den vier Baslern, sich bei Auswärtsspielen des FC Basel in sechs Orten der Schweiz vor, während und nach dem Spiel in der Umgebung des Stadions der Heimmannschaft aufzuhalten. Dies während zwei Jahren.