Beschwerden
Brunnensituation: Anwohner der St.-Alban-Vorstadt nerven sich über Lärm und Dreck

Die Brunnen in Basel werden rege genutzt. Doch nicht alle freut's: Die vielen Leute sorgen für hitzige Diskussionen.

Maximilian Karl Fankhauser
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Gefällt nicht allen: Ein Mann geniesst sein Feierabendbier im Schöneck-Brunnen.

Gefällt nicht allen: Ein Mann geniesst sein Feierabendbier im Schöneck-Brunnen.

Bild: Roland Schmid

Die Anwohner in der St.-Alban-Vorstadt sind genervt. Der Schöneck-Brunnen am Mühleberg ist momentan Gegenstand heisser Diskussionen. Die Menschen nutzen den Brunnen als Abkühlung und kommen gar von weiter her (die bz berichtete). Leute kühlen sich nicht nur ab, sondern essen und trinken auch dort. Das Resultat: Abfälle entstehen, der Brunnen wird schneller dreckig. Auch nach 23 Uhr kann es laut werden.

Einer dieser Anwohner ist Claudio Bachmann. Seit über 50 Jahren wohnt er in der St.-Alban-Vorstadt. Von Beginn weg stellt er klar: «Es stört mich überhaupt nicht, dass die Kinder und Erwachsenen tagsüber im Brunnen baden. Meine Kinder haben dasselbe getan.» Ihn ärgert jedoch der Modetrend, dass die Menschen von nah und fern zum Brunnen kämen und sich ausbreiten würden. «Natürlich ist der Brunnen nicht exklusiv den Kindern aus dem Quartier vorbehalten. Aber das hat in letzter Zeit einfach Überhand genommen.»

Problematisch findet er deshalb, dass Basel Tourismus diese Brunnen als Badeort bewerbe. Hinzu kommt, dass der Brunnen schneller verschmutzt werde, wenn Leute ihr Essen auf dem Rand einnehmen würden. «Wenn ich das im Gartenbad tun würde, hätte ich schnell einmal ein Problem mit dem Bademeister», sagt Bachmann. Deswegen würde es ihn freuen, wenn der Brunnen nicht nur alle zwei Wochen gereinigt wird. «Die Wasserqualität ist eine Zumutung.»

Wiederholt Klagen wegen Litterings und Nachtruhestörung

Ein weiteres Problem: Nach 23 Uhr träfen sich des Öfteren Gruppen, die sich nicht an die Nachtruhe halten würden. «Manchmal hilft es, wenn man das Gespräch sucht, jedoch mussten wir schon einige Male die Polizei rufen.» Auch deswegen haben er und drei weitere Anwohner eine Petition gestartet, die sich gegen das Lärm- und Litteringproblem im Quartier wehrt.

Dass sich die Anwohnerschaft über Lärm und Littering beklagen würde, sei ein jährlich wiederkehrendes Phänomen, sagt Toprak Yerguz, Sprecher des Justiz- und Sicherheitsdepartements Basel-Stadt. «Wenn es heisser wird und die Menschen sich vermehrt draussen treffen, wird es lauter, und es entsteht mehr Abfall.» Dass es auch rund um die Brunnen ein Littering- und Nachtruheproblem gebe, sei nicht abwegig: «Sie werden als Treffpunkte rege genutzt.» Ohne unverhältnismässigen Aufwand sei dies aber nicht zu belegen, jeder Anruf auf der Einsatzzentrale müsste einzeln analysiert werden.

Im Sommer werden die Brunnen öfter gereinigt

Das Thema des Lärms und Litterings: Es werde jedes Jahr wieder an den beliebten Treffpunkten, wie den Hotspots am Rheinbord, der Uferstrasse und am Birsköpfli diskutiert, sagt Yerguz. Roland Frank, Leiter Fachstelle Stadtteilentwicklung, ist sich der Sorgen der Anwohnerschaft bewusst. «Die Anwohner sind mit dem Community Policing (CP) im regen Austausch.» Die CP sind Quartierpolizisten, die als direkte Ansprechpartner der Bevölkerung fungieren. Wie schon Bachmann sieht Frank das Bewerben der Brunnen durch Basel Tourismus als grosses Leidwesen der Anwohner. Zusätzlich sei man in Kontakt mit den IWB und versuche das Unternehmen zu bewegen, die Brunnen regelmässiger zu reinigen.

Die IWB reinigen die Brunnen im Auftrag des Kantons. Das Unternehmen ist sich der Problematik der Wasserqualität im Sommer bewusst: Badende würden im Brunnen Sonnencrème-Rückstände zurücklassen, womit der Reinigungsbedarf steige, sagt Reto Müller, Mediensprecher der IWB. «Wenn nötig, reinigen wir die Brunnen zusätzlich. Denn wir wollen, dass die Brunnen stets ein sympathisches Aushängeschild unserer Stadt darstellen.» Zusätzlich würden sie die Badenden bitten, die Brunnen sauber zu hinterlassen und auf die Anwohner Rücksicht zu nehmen. «Sollten sich Badende nicht daran halten, können sich Anwohnende gerne und jederzeit an die entsprechenden Behörden wenden.»

Der Stadtreinigung ist das Litteringproblem am Brunnen in der St.-Alban-Vorstadt nicht bekannt. «Wenn es den Anwohnern auffällt, wären wir froh, sie würden sich direkt bei uns melden», sagt Dominik Egli, Leiter Stadtreinigung.

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