Besinnlicher und ernster als in den letzten Jahren empfing der Gewerbeverband im Theater Basel 1500 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur zum Neujahrsapéro. Omnipräsent war die Erinnerung an den im September verstorbenen Gewerbedirektor Peter Malama. Verbandspräsident Marcel Schweizer sprach vom Glück, die Freundschaft einer aussergewöhnlichen Persönlichkeit genossen zu haben und mit dieser gemeinsam ein Stück Weg gegangen zu sein. «Danke, Peter, für alles – und ruhe in Frieden», sagte Schweizer, während im Hintergrund Malamas Konterfei auf eine Leinwand projiziert wurde.

Dann kam Schweizer auf die drängenden wirtschaftspolitischen Probleme zu sprechen. Am 3. März werde auf eidgenössischer und kantonaler Ebene über Vorlagen abgestimmt, die fürs Gewerbe sehr wichtig seien: Schweizer empfahl ein Ja zur Verlängerung der Ladenöffnungszeiten in Basel, Nein zum nationalen Raumplanungsgesetz sowie ein Nein zur Minder-Initiative gegen Abzockerei.

Es fehlte der Schwung früherer Jahre

Schweizers engagierte und eloquente Ansprache kam gut an. Dennoch mangelte es der Veranstaltung etwas am Schwung früherer Jahre. Neben Malama fehlte – aus weniger tragischen Gründen – Hans-Rudolf Matter, der im Zuge des ASE-Skandals als Direktor der Basler Kantonalbank (BKB), des Hauptsponsors des Empfangs, zurückgetreten war. Matters ironisch-geistreiche Grussworte passten gut zur Polit-Show Malamas. Der interimistische BKB-Direktor Guy Lachappelle überraschte, als er mit weissen Jogging-Schuhen ans Rednerpult trat. Sie sollten symbolisieren – dies wurde später klar – dass sich die BKB nach Fehlern in der Vergangenheit bewegt und bereit ist, neue Wege einzuschlagen. Lachappelles bodenständige Art wirkte sympathisch, allerdings langweilte er das Publikum mit abgegriffenen Manager-Floskeln.

Gerne hätten wir zurück gefragt: Weshalb die Turnschuhe erst jetzt, wo die BKB im Schlamassel steckt? Derlei trübe Gedanken wischte Ballett-Maestro Richard Wherlock im Nu weg. Mit coolem britischen Humor führte er ins Ballett «Eugen Onegin» ein, das nächste Woche Premiere feiert. Die Kostprobe des Ensembles geriet zu einem versöhnlichen Augen- und Ohrenschmaus und begeisterte das Publikum.