Immer klarer wird, dass die Inhaber alle schamlos ausgenutzt haben. Die beiden Brüder Stephan und Reinhard Henz sind seit Sonntag untergetaucht. So erzählt eine langjährige Kundin, die im Galaxys auch selbst Fitnesskurse gab, der bz, dass die Brüder noch bis eine Woche vor der Schliessung Abo-Rechnungen verschickt hätten – dies mit der dreisten Zahlungsfrist per 30. April. Auch hätte Stephan Henz in letzter Zeit die Zahlungen teils bar auf die Hand entgegengenommen. 

Laut der Kundin sei Henz am Samstag sogar selbst noch einmal ins Geschäft gekommen, hätte um 14 Uhr regulär geschlossen und den nichts ahnenden Angestellten einen schönen Tag gewünscht. 15 Minuten später hätte eine Mitarbeiterin bereits eine SMS vom Chef erhalten, dass das Galaxys ab sofort dicht mache. Mehrere Quellen bestätigen der bz zudem, dass Henz noch die Schlösser auswechselte – obwohl sich in den Spinden diverse persönliche Gegenstände der Angestellten befanden. Auch gestern war es ihnen nicht möglich, sie zu holen.

Andere Fitnesscenter locken

Dass nun plötzlich über Hundert Personen mit einem laufenden Galaxys-Fitness-Abo auf der Strasse stehen, hat eine weitere Dynamik ausgelöst: Über Facebook und mit Zetteln an der Studiotür versuchen umliegende Fitnesscenter, sie für sich zu gewinnen. Dabei wird offensichtlich, wie gross der Verdrängungskampf rund um Liestal ist. Diverse Studios locken damit, den Galaxys-Abonnenten mehrere Monate Mitgliedschaft zu schenken – freilich nur bei Kauf eines Folge-Abos. Teils wird auch dem Galaxys-Personal ein Vorstellungsgespräch angeboten. Weiterhin unerreichbar bleiben die Gebrüder Henz. Sie schulden der Schild AG Mietzahlungen im tiefen sechsstelligen Bereich. Auch mehrere Betreibungen laufen. Gemäss «20 Minuten» wurde aber über die Firma noch kein Konkurs eröffnet. (mn)