Dass die Baustelle auf dem Centralbahnplatz, dem am stärksten frequentierten Ort des ganzen Kantons, zu einer Menge Unannehmlichkeiten führen würde, war klar. Nicht nur mussten pro Tag Tausende Fussgänger einen anderen Weg aufs Tram gehen, auch war die Markthallenkreuzung als Ersatzverkehrsknoten plötzlich zum kleinen Bahnhofsplatz geworden. Der Ersatz der maroden Schienen vor dem Bahnhof hat weitreichende Folgen.

Entsprechend kam es vor allem zu Beginn der Arbeiten zu Verspätungen, längeren Wegen und auch vielen Anfeindungen gegenüber den Verkehrswachen, die sich insbesondere vor der Markthalle die Arme wund winken. Doch das grosse Chaos beschränkte sich bislang vor allem auf Stosszeiten.

Knapp zur Halbzeit der ersten Etappe der Bauarbeiten, die noch bis zum 12. Mai dauert, halten die Verantwortlichen fest: Es geht praktisch reibungslos voran. Die Baustelle ist im Zeitplan, am Montag, 13. Mai, verkehren die Linien wieder normal über den Bahnhofsplatz. Einzig die Tramlinie 2 wird noch eine Woche länger als Bus unterwegs sein, dies unter anderem wegen der Baustelle vor dem Kunstmuseum, wie die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) auf Anfrage sagen.

Anrainer beschenkten Bauarbeiter

Was aber die BVB und vor allem auch das Basler Bau- und Verkehrsdepartement (BVD), das die Bauarbeiten durchführt, überraschte: die verhältnismässig geringe Anzahl an Reklamationen. Gerade die BVB sind sich von den Gleisersatz-Arbeiten der vergangenen Jahre eine Schwette an Beschwerden gewohnt. «Wir erhalten weiterhin vergleichsweise wenig negative Rückmeldungen, dafür aber auch viel Lob für die Bewältigung dieser Baustelle», sagt BVB-Mediensprecher Benjamin Schmid. «Wir sind uns bewusst, dass die aktuellen Umleitungen von allen Beteiligten eine gewisse Flexibilität erfordern und danken dafür.»

Daniel Hofer, Sprecher des Basler Tiefbauamts, kann den Eindruck bestätigen. Das Departement von SP-Regierungsrat Hans-Peter Wessels, das sich sonst Gehässigkeiten aus breiten Kreisen gewohnt ist, kam hierbei gut weg. Laut Hofer hätten selbst die Nachtarbeiten zu keinen Beschwerden geführt, «und Anrainer brachten den Bauarbeitern sogar Schoggistängeli vorbei». Das Verständnis für die Notwendigkeit der Bauarbeiten sei entsprechend hoch.

Etappe zwei: Anderes Perron statt anderer Ort

Mit dem Abschluss der ersten Etappe sind die Arbeiten aber noch nicht ausgestanden. Einige Tage später geht es weiter, am 20. Mai soll laut Hofer die zweite Etappe starten. Diese erfordert allerdings deutlich weniger Umleitungen als die erste. Nach Angaben der BVB werden alle Tramlinien während der Bauzeit an den Gleisen vor dem Hotel Victoria über den Centralbahnplatz verkehren. Der Umweg über die Markthallenkreuzung entfällt somit. Da allerdings unter Betrieb gebaut wird, könne es gelegentlich vorkommen, dass die eine oder andere Tramlinien von einem anderen Perron aus fährt. Das dürfte insbesondere auch Trams der Linie 8 betreffen.

Die Massnahmen am Centralbahnplatz umfassen nicht nur den Ersatz der maroden Gleise, sondern auch die Anpassung der Trottoirränder, die einen behindertengerechten Zustieg ins Tram ermöglichen sollen. Vor Baustart hatte ein Behindertenverband Einsprache erhoben, weil die Anforderungen nur bedingt erfüllt wurden. Nachdem die Bauleitung Anpassungen angebracht hatte, wurde die Einsprache zurückgezogen.