Vorfasnacht

Besuch der Proben: Derber Humor am Charivari

Probenbesuch Charivari 2020.

Probenbesuch Charivari 2020.

Die Kleinbasler Vorfasnachtsveranstaltung dreht sich um den ganz normalen Alltagswahnsinn von Cliquen.

An einem Tisch sitzt die Sujetkommission. Nebenan steht der Laternenmaler auf der Leiter und schwingt seinen Pinsel über die Leinwände. «Was isch s Sujet?», fragt die Cliquenälteste bereits zum wiederholten Male «Ohni mii», erwidert die junge Frau, die die Sujetkommission leitet, laut. Der Laternenmaler verkündet jetzt, dass die Laterne fertig sei. Dann warten nur noch die Laternenverse, die, mal holprig, mal überspitzt in die Runde geworfen werden.


Es stellt sich heraus, dass der «Frauenstreik» die Clique bewegt. Allerdings sehen nicht alle Cliquenmitglieder das Sujet gleich. Die einen ziehen über die Bewegung her, die anderen finden sie toll. Eine normale Auseinandersetzung, wie sie in jeder Clique vorkommen kann, bildet das Grundgerüst dieses «Raame-Stiggli» am «Glaibasler Charivari». Gestern erlaubte Regisseur Lucien Stöcklin erstmals einen Blick in die Proben. Fazit: Das «Stiggli» lässt auf eine spannende Auseinandersetzung mit den Problemen der aktiven Fasnächtler schliessen.


Gepfeffert wird der Text mit derbem Kleinbasler Humor. Der Bezug zu den aktiven Fasnächtlern und die Identifikation mit dem Publikum seien gewollt, erklärt Programmchef Erik Julliard. Und er ergänzt: «Es gibt kein einzelnes Highlight, es ist die Kombination.»


Eine Formation nur Männer, eine nur Frauen

Den klassischen Teil der Fasnachtsmusik wird die VKB bestreiten. Sie spielen einmal den «Glopfgaischt» und einmal den «Yankee». Die Basler Trommelakademie wird eine alte Top-Secret-Nummer spielen. In der Formation spielen auch zwei frischgekrönte Trommelkönige mit: Maurice Weiss und Nicolas Wesp, der in der Kategorie Solo Duo bei den Jungen und den Alten gewann. Pfeifergruppen leistet sich das Charivari gleich grad deren zwei: Die «Schäärede» und die «Spitzbuebe»: Bei den einen spielen nur Männer, bei den anderen pfeifen nur Frauen. Die «Spitzbuebe» werden ein Andenken an den verstorbenen Kurt «Guuge» Stalder spielen. Die «Schäärede» werden im zweiten Teil eher etwas Lustiges spielen.


«Zur klassischen Fasnachtsmusik gehören auch die Guggenmusiken», sagt Julliard. Zum einen spielen die «Räpplispalter» ein «Gugge-Medley», zum anderen zeigen die «Bieranjas» aus Möhlin, wie sich die Gugge weiterentwickeln könnte.

Neben dem Stamm-Schnitzelbangg «Gwäägi» singen noch «d Brunzguttere». Mit «e bohemisch Vokaalwärgg» wird die Schlussnummer angekündigt. Sängerin Nicole Bernegger wird sich mit Tambouren und Pfeifern an eine gemischte Darbietung wagen. Der gesamte Auftritt des Charivaris wird frischer daherkommen. Dafür hat der Verein hinter dem Charivari das Budget leicht angehoben. Es bewegt sich aber immer noch um rund eine Million Franken. Das Charivari bleibt eine «Nummernshow». Es werden wie bisher immer einzelne Nummern gespielt, ohne einem roten Faden durch das gesamte Programm nachzugehen.

94 Prozent der Tickets sind bereits weg. Trotzdem hat es noch genügend Karten für alle Abende. Julliard will diese auch noch unter die Fasnächtler bringen. Am Samstag ist Première, und gespielt wird bis am 15. Februar.

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