Theater Basel
Besucherrückgang im Theater Basel: 13'000 Zuschauer weniger

Das Theater Basel hat in der Saison 2011/12 einen Besucherrückgang hinnehmen müssen: Die Zahl der verkauften Eintrittskarten sank um 13000 auf rund 165000. Auch die Auslastung ging zurück. Dennoch schreibt das Dreispartenhaus erstmals seit Jahren wieder schwarze Zahlen.

Merken
Drucken
Teilen
Das Theater Basel hat einen Besucherrückgang verzeichnet.

Das Theater Basel hat einen Besucherrückgang verzeichnet.

Keystone

"Jeder Zuschauerrückgang schmerzt", sagte Intendant Georges Delnon, am Freitag vor den Medien. Dass in der letzten Spielzeit weniger Zuschauer erreicht wurden, sei "höchst bedauerlich", auch wenn es dafür plausible Gründe gebe. Von den einst angestrebten 200'000 Besuchen pro Jahr sei man nun weit entfernt, konstatierte Delnon, der 2015 von Basel an die Hamburgische Staatsoper wechselt.

Alle Sparten im Minus

Rückläufig waren die Besucherzahlen in allen Sparten. Entsprechend sank die Auslastung übers Ganze gesehen von 60,85 auf 58,5 Prozent. Den grössten Einbruch gab es im Schauspiel mit einem Rückgang von 54 auf 47 Prozent. In der Oper sank die Auslastung von 63 auf 60 und im Ballett von 66 auf 64 Prozent.

Theaterdirektor Delnon führte den Rückgang von Besucherzahlen und Auslastung in seiner sechsten Basler Spielzeit hauptsächlich auf die schwierige Budgetierungsphase für die letzte Spielzeit zurück. So habe man unter extremem Spardruck die Zahl der Neuproduktionen bei den Opern um zwei auf fünf gesenkt. Zudem kamen in der Oper und im Schauspiel einzelne Produktionen beim Publikum schlecht an.

Erfolgreich fällt die Bilanz der vergangenen Spielzeit dagegen in finanzieller Hinsicht aus. Erstmals seit vielen Jahren konnte das Theater Basel wieder schwarze Zahlen schreiben.

Gegenüber einem Vorjahresdefizit von 525'893 Franken resultierte nun ein Gewinn von 82'229 Franken. Zudem konnte das Eigenkapital um 318'000 Franken auf 3,2 Millionen Franken erhöht werden.

Zu verdanken ist diese Verbesserung neben den Sparbemühungen des Theaters der höheren Subvention des Kantons Basel-Stadt. Dieser steuerte ans 56-Millionen-Budget 39,3 Millionen Franken bei. Vom Kanton Basel-Landschaft, dessen Souverän 2011 eine Subventionserhöhung abgelehnt hatte, stammen 4,5 Millionen Franken.

Die Vorstellungseinnahmen beliefen sich wie in der vorangegangenen Spielzeit auf 8,6 Millionen Franken. Dass trotz des Publikumsschwunds kein Rückgang verzeichnet werden musste, ist auf Preiserhöhungen zurückzuführen.

Neue Probebühne dank neuen Sponsor

Die finanzielle Lage des Theaters hat sich inzwischen weiter verbessert, wie Martin Batzer, scheidender Verwaltungsratspräsident der Theatergenossenschaft darlegte. So konnten die kantonseigenen Industriellen Werke Basel (IWB) als neuer Sponsor gewonnen werden. Ein entsprechender Vertrag mit einer ungewöhnlich langen Laufzeit von zehn Jahren wurde am Freitag unterzeichnet.

Die IWB vermieten dem Theater einerseits Räumlichkeiten für eine neue Probebühne, womit ein seit Jahren bestehendes Problem gelöst werden kann. Anderseits engagiert sich die Energieversorgerin in der 2011 wiederbelebten Stiftung zur Förderung des Theaters Basel.

Das Ziel, dass diese Stiftung das Theater pro Spielzeit mit 1,5 bis 2 Millionen Franken unterstützen kann, sei erreicht, sagte Batzer. Wie hoch das finanzielle Engagement der IWB ist, wollte er nicht sagen, weil darüber Stillschweigen vereinbart worden sei. Das Engagement der IWB ermögliche jedoch pro Jahr eine Produktion.