«Ich weiss, ich darf hier nicht betteln, aber hätten Sie mir vielleicht drei Franken? Ich gebe es auch nicht für Drogen aus.» Solche Aussagen hört, wer sich im Dreispitz-Areal bewegt. Die Bettler, meist sind es Drogenabhängige, wissen um das Verbot, tun es aber dennoch – aus Not.

Dass die Abhängigen vorbeilaufende Passanten und Kunden der Migros-Filiale behelligen, ist seit längerer Zeit ein Thema. Seit es die Räume bei der Heuwaage und in der Spitalstrasse nicht mehr gibt, geben die neuen Standorte am Wiesenkreisel und eben am Dreispitz oft zu reden.

Ungeeigneter Standort?

Der Standort der Kontakt-und Anlaufstelle für Drogenabhängige (K+A) am Dreispitz, direkt neben dem Friedhof Wolfgottesacker, gibt es seit 2013. Anwohner ärgern sich über die unerwünschte Nachbarschaft. Sie sind nicht die Einzigen: Kunden des MParc und Passanten stören sich daran. So müssen Sicherheitsleute der Migros regelmässig Abhängige verscheuchen, die vor dem Geschäft um Geld betteln. Kunden hatten reklamiert. Vor allem dann, wenn die K+A am Morgen geöffnet hat, also montags, mittwochs und freitags, kommt es zu Problemen. «Es sind immer in etwa die gleichen Leute», sagt eine Angestellte des Kundendienstes gegenüber der bz.

Horst Bühlmann, Leiter der Kontakt-und Anlaufstellen, sieht dies dagegen anders: «Bettler gibt es in der ganzen Stadt. Das müssen nicht zwingend Leute sein, die bei uns ins K+A kommen.» Er spricht sich für den Standort am Dreispitz aus: «Mit dem Standort sind wir zufrieden. In der Stadt sind ja überall viele Leute unterwegs und ein Standort zum Beispiel am Flughafen wäre einfach zu weit weg. Dort würden die Besucher des K+A wahrscheinlich nicht hinkommen.»

Doch nicht nur das Betteln ist ein Problem: Immer wieder geraten Drogenabhängige vor dem Häuschen aneinander, wie die Basler Polizei bestätigt. Regelmässige Polizeieinsätze, um die Streitereien zu schlichten, seien nötig. Die Krawalle treten in Wellenbewegungen auf und eine Beruhigung sei nicht in Sicht. Das Problem der Aggression sieht Bühlmann im Konsum von Alkohol: «Bei aggressiven Zwischenfällen ist oft Alkohol im Spiel. Mit Leuten auf harten Drogen gibt es weniger Probleme.»

Ein Schutz vor allem für Kinder und ältere Leute bieten laut Bühlmann genau solche Orte wie das Dreispitz. Denn dort sei immer etwas los und dadurch komme es zu einer besseren sozialen Kontrolle: «Wenn der Ort, an dem eine Kontakt-und Anlaufstelle steht, sozial belebt ist, ist das nicht ein Nachteil. Denn so ist eine grössere Sicherheit gegeben, dadurch, dass konstant Menschen zugegen sind.»

«Junkies erkennt man seltener»

Junkies, wie sie durch das Aufkommen der offenen Drogenszenen bekannt wurden, gäbe es zudem seltener: «Heutzutage sind sie im Allgemeinen gar nicht mehr so klar erkennbar, als Abhängige, wie sie das früher waren.» Da die Abhängigen auch nicht exponiert sein wollen, wäre ein total abgeschiedener Standort nicht ideal, da sie dann viel mehr auffallen würden.

Das Dreispitz ist nicht der einzige umstrittene Standort für eine K+A: Gegen das geplante Providurium am Wiesenkreisel wehren sich die Anwohner. Lange war die K+A dort kaum Thema, das Erlenmatt galt – wie auch das Dreispitz – als Randgebiet der Stadt. Inzwischen wurden diese Quartiere jedoch aufgewertet.