Basel
Bewohner der «Zürich-Häuser» müssen ihre Liegenschaften verlassen

Der Bautermin für das geplante Hochhaus neben dem Messeturm im Kleinbasel rückt näher. Trotzdem hat der Mieterverband die Hoffnung auf einen Erhalt der Wohnstätten noch nicht aufgegeben kämpft für die «Zürich-Häuser».

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Die Rosental-Häuser in Kleinbasel sollen abgerissen werden.

Die Rosental-Häuser in Kleinbasel sollen abgerissen werden.

Vogel Gryff

Die Mieter der so genannten «Zürich-Häuser» an der Rosentalstrasse 9 bis 13 haben die Kündigung erhalten. Entsprechende Informationen des «Sonntags» bestätigte gestern Beat Leuthardt vom Mieterverband.

Die Eigentümerin der Liegenschaften, die Zürich-Versicherung, will die «Zürich-Häuser» abreissen und einen 46 Meter hohen Neubau mit Büros und Wohnungen realisieren. Der Weg dazu wurde frei, nachdem der Grosse Rat Ende 2011 eine Änderung des Bebauungs- und des Zonenplans klar gutgeheissen hatte.

Die Mieter der «Zürich-Häuser» müssen die Liegenschaften nicht sofort verlassen. Die Kündigungen wurden per Ende September 2012 ausgesprochen. Zudem wird ihnen eine Fristverlängerung um maximal ein Jahr gewährt, wenn sie sich verpflichten, keine rechtlichen Schritte gegen das Bauvorhaben zu unternehmen.

Die «Zürich-Häuser» respektive der Neubau der Zürich-Versicherung sind seit zehn Jahren Gegenstand von rechtlichen, aber auch politischen Auseinandersetzungen. Kompliziert wurde die Sache nach einer Volksabstimmung im September 2002. Die Stimmbürger sprachen sich damals zwar knapp gegen den Abbruch der «Zürich-Häuser» aus. Die Regierung stellte sich aber auf den Standpunkt, es sei der falsche von zwei Beschlüssen angefochten worden.

Vehement für den Erhalt der «Zürich-Häuser» hatte sich früher insbesondere der Mieterverband eingesetzt. Und dabei einen Teilerfolg verbucht: Abgesehen davon, dass die Häuser noch stehen, hat die Zürich-Versicherung ihr ursprüngliches Projekt überarbeitet, sechs der 14 Stockwerke beinhalten nun Wohnraum. Leuthardt kündigt dennoch weiteren Widerstand an: Er bezeichnet die «Erstreckungsvereinbarung» als «Mogelpackung» und rät den Mietern, «nichts zu unterschreiben».

Kommende Woche soll an einer Mieterversammlung das weitere Vorgehen festgelegt werden. Das letzte Kapitel in dieser Angelegenheit ist also noch immer nicht geschrieben.