Nachruf

Bibliothekar mit Leib und Seele: Fredy Gröbli ist tot

Fredy Gröbli (Mitte) ist der ex UB-Direktor.

Fredy Gröbli (Mitte) ist der ex UB-Direktor.

Fredy Gröbli: Der ex Bibliothekar der Universitätsbibliothek Basel – und das für mehr als 20 Jahre. Nun ist der Buch-Liebhaber im Alter von 90 Jahren verstorben.

Schon in frühen Jahren war Fredy Gröbli klar, dass er ein Bibliothekar mit Leib und Seele werden wollte. Sein Geschichtsstudium in Basel unterbrach er für zwei Jahre, um mit einem Volontariat in der Buchhandlung Helbing & Lichtenhahn beste Voraussetzungen für seinen Berufstraum zu schaffen.

1961 trat er als wissenschaftlicher Assistent in die Universitätsbibliothek Basel (UB) ein. Und als auf Anfang 1974 der Direktionsposten an der UB Basel frei wurde, war seine Dissertation beim legendären Edgar Bonjour so weit gediehen, dass er auch die formalen Voraussetzungen für das verantwortungsvolle Amt erfüllte.

Mehr als 20 Jahre hat er in der Folge die Geschicke der ältesten Universitätsbibliothek der Schweiz geleitet, bevor er 1995 in den Ruhestand trat. Und er tat dies mit der notwendigen Akribie und Umsicht. Fredy Gröbli war ein Meister seines Fachs, der auch früh die Zeichen der Zeit erkannte.

Obwohl die sich abzeichnende Computerisierung seinem Innersten widerstrebte, trieb er diese mutig voran, wohl wissend, dass die Zukunft darin liegt. Neben dem Wohl «seiner» UB war ihm die Entwicklung eines nationalen Bibliotheksnetzwerks ein besonderes Anliegen. Und er gab sein immenses Wissen begeistert an werdende Berufsleute weiter.

Dazu war Fredy Gröbli ein feiner und bescheidener Mensch. Als ein Benutzer einst ein technisches Problem an der Theke meldete und den zufällig vorbeikommenden Direktor fragte, ob er vielleicht der Hauswart sei, sagte er nur lachend: «So etwas Ähnliches.» Am 20. Juli ist Fredy Gröbli 90-jährig verstorben. Die Bibliothekswelt wird ihn in lebhafter Erinnerung behalten.

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