Endlich ist er da, der Sommer. Für viele bedeutet ein perfekter Abend im Sommer, ein kühles Bier in der Hand zu halten. Doch welches Bier ist da das richtige? Bei Wein schon lange Usus, gibt es auch an der Hopfenfront immer mehr Sommeliers. Holzig, malzig, salzig bis süss, dünn und üppig – für Biersorten gibt es je länger je mehr hoch professionelle Bezeichnungen, um den Geschmack genau zu beschreiben. Generell gilt: Bier liegt stark im Trend. Die Schweizer Bevölkerung trinkt jährlich mehr davon. 57 Liter pro Kopf sind es inzwischen.

Da liegt es nahe, dass auch die Eigenprodukte in Mode kommen. In der Region schiessen neue Kleinstbrauereien wie Hefe-Pilze aus dem Boden: Über 25 sind es mittlerweile, ein Ende ist nicht abzusehen. Für nächstes Jahr drängen schon wieder zwei kleinere Brauer aus der Region auf den Markt. Eine Bieridee? Nein, denn kaum ein anderes Produkt sorgt stärker für den Lokalstolz als ein Gerstensaft aus der Region. «Je lokaler, desto besser», denken sich viele Hobbybrauer und greifen selbst zum Gärkessel. Schon für wenig Geld kann jedermann zum Braumeister werden. Angebote für die nötige Ausrüstung gibt es im Internet.

Doch ist bei solchen Projekten von Hobbybrauern nicht grundsätzlich Hopfen und Malz verloren? Die bz zeigt in einem nicht ganz bierernsten Test, ob der Hopfentee aus dem eigenen Keller mit den grösseren Lokalbrauereien mithalten kann. Wer sich selber von den einzelnen Fabrikaten überzeugen will, muss oft die Brauerei selbst kontaktieren. Viele Mikro-Brauereien bieten ihre Ware nur auf Anfrage an.

Sommerbier Der Klassiker aus dem Kleinbasel. Das erste Brauereipub Europas lässt seine Flaschenbiere aus Platzgründen inzwischen in Deutschland produzieren. Die Brauerei in der Fischerstube ist aber immer noch aktiv und braut für den Offenausschank. Das Ueli Basilisk ist das neuste Bier, das als Flasche beim Grossverteiler erhältlich ist. Beim ersten Schluck des Naturtrüben fällt auf, wie viel Kohlensäure das Bier hat. Erst beim Abgang kommt der überaus süsse Karamell-Geschmack zum Tragen, der von einem beerig zarten Honigunterton begleitet wird. Keine Spur von Bitterkeit, vielmehr ein vollmundiges Sommerbier. Die bernsteinfarbene Neuerung aus der Traditionsbrauerei spaltet aber auch die Tester: Süffig sagen die einen, zu süss befinden die anderen. Schmeckt wie ein Bier, das nicht nur Hopfen-Affinen gefallen könnte. Note 5

«Ueli Bier Basilisk»: Süss-süffiges Kleinbasler Gebräu

Sommerbier Der Klassiker aus dem Kleinbasel. Das erste Brauereipub Europas lässt seine Flaschenbiere aus Platzgründen inzwischen in Deutschland produzieren. Die Brauerei in der Fischerstube ist aber immer noch aktiv und braut für den Offenausschank. Das Ueli Basilisk ist das neuste Bier, das als Flasche beim Grossverteiler erhältlich ist. Beim ersten Schluck des Naturtrüben fällt auf, wie viel Kohlensäure das Bier hat. Erst beim Abgang kommt der überaus süsse Karamell-Geschmack zum Tragen, der von einem beerig zarten Honigunterton begleitet wird. Keine Spur von Bitterkeit, vielmehr ein vollmundiges Sommerbier. Die bernsteinfarbene Neuerung aus der Traditionsbrauerei spaltet aber auch die Tester: Süffig sagen die einen, zu süss befinden die anderen. Schmeckt wie ein Bier, das nicht nur Hopfen-Affinen gefallen könnte. Note 5

Partybier Der Begriff «Bier aus der Region» trifft für dieses Bier eigentlich nicht zu. Zwar stammen Hopfen und Malz vom Hof Klosterfiechten auf dem Bruderholz. Eine Brauerei, die dieses Bier herstellt, findet sich in Basel aber keine. Das Bier, das besonders baslerisch sein will, wird nämlich im Appenzell gebraut. «Em Basler sy Bier» fällt sofort durch seine Farbe auf. Ausserordentlich hell ist das Allerweltsbier, das sich beispielsweise gut an einer Party trinken liesse. Nicht besonders würzig, nicht besonders bitter, süffig aber insgesamt auch ziemlich langweilig schmeckt das zum Lokalbier erhobene Gesöff. Auch die Etikette wurde nicht mit besonders viel Liebe gestaltet; dafür ist sie für ein Bier zu modern. Das Bier schmeckt durchschnittlich, hat aber beim Abgang einen bitteren Nachgeschmack von Verrat an der Basler Braukultur. Note 3

«Em Basler sy Bier»: Regionalbier mit Brauerei im Appenzell

Partybier Der Begriff «Bier aus der Region» trifft für dieses Bier eigentlich nicht zu. Zwar stammen Hopfen und Malz vom Hof Klosterfiechten auf dem Bruderholz. Eine Brauerei, die dieses Bier herstellt, findet sich in Basel aber keine. Das Bier, das besonders baslerisch sein will, wird nämlich im Appenzell gebraut. «Em Basler sy Bier» fällt sofort durch seine Farbe auf. Ausserordentlich hell ist das Allerweltsbier, das sich beispielsweise gut an einer Party trinken liesse. Nicht besonders würzig, nicht besonders bitter, süffig aber insgesamt auch ziemlich langweilig schmeckt das zum Lokalbier erhobene Gesöff. Auch die Etikette wurde nicht mit besonders viel Liebe gestaltet; dafür ist sie für ein Bier zu modern. Das Bier schmeckt durchschnittlich, hat aber beim Abgang einen bitteren Nachgeschmack von Verrat an der Basler Braukultur. Note 3

Britisch Das Zöbi Bier wird in Arisdorf hergestellt. Von einem Liebhaber englischer Biere. Daran scheint sich zumindest das Sortiment zu orientieren: Vom hellen Ale zum schwarzen Stout ist alles erhältlich. Das fruchtige Pils ist noch das süffigste Produkt aus der Brauerei Zöbi. Als «leicht gehopft» beschreibt der Braumeister sein flaschengegärtes Fabrikat. Doch auch diese Biersorte hat es in sich. Schon beim Öffnen können wir einen starken Zitrusgeruch feststellen. Auch beim Trinken spürt der Tester ein leicht säuerliches Kräuseln auf der Zunge , das die Schwere und Tiefe des bernsteinfarbenen Getränks nicht ganz aufzuheben vermag. Viel Charakter ist dem Geniesser gewiss. Dennoch wird es auch viele Hopfenfreunde geben, denen dieses Bier zu stark ist. Es schmeckt, als ob man sich nach harter Gartenarbeit etwas gönnen möchte. Note 4.5

«Zöbi Bier»: Nichtsfür schwache Nerven

Britisch Das Zöbi Bier wird in Arisdorf hergestellt. Von einem Liebhaber englischer Biere. Daran scheint sich zumindest das Sortiment zu orientieren: Vom hellen Ale zum schwarzen Stout ist alles erhältlich. Das fruchtige Pils ist noch das süffigste Produkt aus der Brauerei Zöbi. Als «leicht gehopft» beschreibt der Braumeister sein flaschengegärtes Fabrikat. Doch auch diese Biersorte hat es in sich. Schon beim Öffnen können wir einen starken Zitrusgeruch feststellen. Auch beim Trinken spürt der Tester ein leicht säuerliches Kräuseln auf der Zunge , das die Schwere und Tiefe des bernsteinfarbenen Getränks nicht ganz aufzuheben vermag. Viel Charakter ist dem Geniesser gewiss. Dennoch wird es auch viele Hopfenfreunde geben, denen dieses Bier zu stark ist. Es schmeckt, als ob man sich nach harter Gartenarbeit etwas gönnen möchte. Note 4.5

Schottisch Das Angler Bräu aus Münchenstein heisst so, weil es von Fischern gebraut wird. Und das wirkt sich auch auf den Biergeschmack aus. Überaus kräftig zu Beginn mit rauchigen Holznoten wird es beim Abgang eher flach und ein wenig bitter. Das Angler Bräu ist kein Bier, das man in jeder beliebigen Beiz antreffen könnte. Vielmehr erinnert es mit dem torfigen Unterton fast schon an einen Single Malt-Whisky aus dem schottischen Hochland. Im Keller eines Mehrfamilienhauses wird es gebraut und ist nur in schön verzierten Zwei-Liter-Karaffen erhältlich. Dieses kühle Blonde ist Natur pur: Angler Bräu trinken Holzfäller, Jäger, Fischer und andere Naturburschen und -mädels. Schmeckt fast schon wie ein Feuer im Wald und ein Grill mit selbst gefangenen Bachforellen aus der Birs drauf. Note 5

«Angler Bräu»: Bier für Fischer und Naturburschen

Schottisch Das Angler Bräu aus Münchenstein heisst so, weil es von Fischern gebraut wird. Und das wirkt sich auch auf den Biergeschmack aus. Überaus kräftig zu Beginn mit rauchigen Holznoten wird es beim Abgang eher flach und ein wenig bitter. Das Angler Bräu ist kein Bier, das man in jeder beliebigen Beiz antreffen könnte. Vielmehr erinnert es mit dem torfigen Unterton fast schon an einen Single Malt-Whisky aus dem schottischen Hochland. Im Keller eines Mehrfamilienhauses wird es gebraut und ist nur in schön verzierten Zwei-Liter-Karaffen erhältlich. Dieses kühle Blonde ist Natur pur: Angler Bräu trinken Holzfäller, Jäger, Fischer und andere Naturburschen und -mädels. Schmeckt fast schon wie ein Feuer im Wald und ein Grill mit selbst gefangenen Bachforellen aus der Birs drauf. Note 5

Überschäumend Das Unser Bier ist inzwischen auch schon fest im Herzen der Bebbi verankert. Besonders das Amber zählt eine stetig wachsende Fangemeinde. Das mag an der matten Sonnengelbe liegen, der typischen Farbe des Naturtrüben. Auch der Gout ist bekannt. Ein würzig-hopfiges Gefühl im ersten Moment wird begleitet von einem säuerlichen Grundton, der nur leicht durch einen salzigen Abgang abgerundet wird. Viel Kohlensäure sorgt bei einigen für überschäumende Freude, während andere sich über den Schaumschnauz beklagen. Alles in allem ist das Unser Bier ein grundsolider Gerstensaft, der Bierliebhaber nicht enttäuscht, aber auch nicht einen ganz besonderen Charakter hat. Die lustige Etikette mit dem Lällekönig als Markenzeichen ist dafür unverwechselbar. Schmeckt ein bisschen wie ein Fussballmatch mit einer Wurst dazu. Note 4.5

«Unser Bier»: Das Würzige für den Basler

Überschäumend Das Unser Bier ist inzwischen auch schon fest im Herzen der Bebbi verankert. Besonders das Amber zählt eine stetig wachsende Fangemeinde. Das mag an der matten Sonnengelbe liegen, der typischen Farbe des Naturtrüben. Auch der Gout ist bekannt. Ein würzig-hopfiges Gefühl im ersten Moment wird begleitet von einem säuerlichen Grundton, der nur leicht durch einen salzigen Abgang abgerundet wird. Viel Kohlensäure sorgt bei einigen für überschäumende Freude, während andere sich über den Schaumschnauz beklagen. Alles in allem ist das Unser Bier ein grundsolider Gerstensaft, der Bierliebhaber nicht enttäuscht, aber auch nicht einen ganz besonderen Charakter hat. Die lustige Etikette mit dem Lällekönig als Markenzeichen ist dafür unverwechselbar. Schmeckt ein bisschen wie ein Fussballmatch mit einer Wurst dazu. Note 4.5

Exklusiv 2011 nahm die Brauerei Zipfel in Muttenz den Betrieb auf. Mit 5 Hektolitern Bier pro Jahr gehört das Zipfel nicht nur zu den neusten, sondern auch zu den exklusivsten Biersorten der Region. Denn trotz wenig Erfahrung ist den Brauern mit diesem Getränk in der formschönen Flasche ein wahrer Coup gelungen. Für ein englisches Pale Ale kommt es erstaunlich mild, ja fast schon cremig daher. Angenehm hopfig und vollmundig breitet sich das mit wenig Kohlensäure versetze Gebräu dann im Gaumen aus. Der Abgang bestätigt, dass das Zipfel eben doch ein Malzgetränk ist und gestaltet sich rezent und zartbitter, ohne jemals aufdringlich zu sein. Obwohl überaus leicht, ist dieses Bier nicht fad oder einfach. Vielmehr ist schwer feststellbar, was neben einem feinen Karamell-Geschmack für die milde Süsse sorgt. Das Bier aus der Kleinstbrauerei braucht sich trotz fehlendem historischen Hintergrund auch vor grossen Brauhäusern nicht zu verstecken. Ob das jetzt rechtfertigt, dass jeder, der noch ein bisschen Platz bei sich im Keller hat, sein eigenes Hopfengetränk produzieren soll, sei dahingestellt. Sicher ist, dass einige davon durchaus in der Lage sind, Bier herzustellen, das einen ganz eigenen Geschmack aufweist. Das Zipfelbier beispielsweise schmeckt wie ein lauer Sommerabend am Rhein oder im Garten, auf den man nach einem verregneten Frühling fast schon zu lange hat warten müssen. Note 6

Zipfelbier»: Neo-Brauer macht das beste Bier

Exklusiv 2011 nahm die Brauerei Zipfel in Muttenz den Betrieb auf. Mit 5 Hektolitern Bier pro Jahr gehört das Zipfel nicht nur zu den neusten, sondern auch zu den exklusivsten Biersorten der Region. Denn trotz wenig Erfahrung ist den Brauern mit diesem Getränk in der formschönen Flasche ein wahrer Coup gelungen. Für ein englisches Pale Ale kommt es erstaunlich mild, ja fast schon cremig daher. Angenehm hopfig und vollmundig breitet sich das mit wenig Kohlensäure versetze Gebräu dann im Gaumen aus. Der Abgang bestätigt, dass das Zipfel eben doch ein Malzgetränk ist und gestaltet sich rezent und zartbitter, ohne jemals aufdringlich zu sein. Obwohl überaus leicht, ist dieses Bier nicht fad oder einfach. Vielmehr ist schwer feststellbar, was neben einem feinen Karamell-Geschmack für die milde Süsse sorgt. Das Bier aus der Kleinstbrauerei braucht sich trotz fehlendem historischen Hintergrund auch vor grossen Brauhäusern nicht zu verstecken. Ob das jetzt rechtfertigt, dass jeder, der noch ein bisschen Platz bei sich im Keller hat, sein eigenes Hopfengetränk produzieren soll, sei dahingestellt. Sicher ist, dass einige davon durchaus in der Lage sind, Bier herzustellen, das einen ganz eigenen Geschmack aufweist. Das Zipfelbier beispielsweise schmeckt wie ein lauer Sommerabend am Rhein oder im Garten, auf den man nach einem verregneten Frühling fast schon zu lange hat warten müssen. Note 6