Einbruch
Bijouterie stellt Plagiate wegen unerwünschter Stammkundschaft aus

Eine eingeschlagene Schaukasten-Scheibe und fehlender Schmuck: Dieses Bild bot sich den Besitzern der Goldschmiede Moll an der Greifengasse im Kleinbasel seit Anfang Dezember gleich zwei Mal.

Aliena Müller und Dean Fuss
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Der Schaukasten der Goldschmiede Moll nach dem zweiten Einbruch.

Der Schaukasten der Goldschmiede Moll nach dem zweiten Einbruch.

Zur Verfügung gestellt

Am 7. Dezember und am vergangenen Mittwoch, 23. Januar, haben Unbekannte den Schaukasten des Schmuckgeschäfts ausgeräumt. Sie haben dabei Schmuck im Wert von insgesamt rund 21 000 Franken erbeutet. Der 47-jährige Markus Moll ist zusammen mit seinem 77-jährigen Vater Walter Moll Inhaber der Goldschmiede. Sie seien immer davon ausgegangen, dass gerade ihre Lage auf der Kleinbasler Seite der Mittleren Brücke sicher sei, sagt Markus Moll. «Hier ist es hell, es hat viel Verkehr und auch die Polizei patrouilliert regelmässig», so der Goldschmied.

Gut 38 Jahre lang war die Goldschmiede Moll zuvor von Dieben unbehelligt geblieben. Damit ist es nun vorbei: Jeweils zwischen Ladenschluss und dem Arbeitsbeginn am nächsten Morgen wurde das Glas des Schaukastens eingeschlagen. Erst kurz vor dem zweiten Mal hatten die Molls den Schaukasten reparieren und mit stärkerem Glas ausstatten lassen - auch das hat nichts genützt.

Den Geschäftsinhabern verursachten die beiden Einbrüche grossen Aufwand. «Die Bestandesaufnahmen mit der Polizei, die Abwicklungen mit der Versicherung und die nötigen Reparaturen kosteten viel Zeit und Nerven», sagt Markus Moll. Angst habe er aber trotz den Diebstählen nicht.

Auslage mit unechtem Schmuck

Für die unerwünschte Stammkundschaft wird es künftig kaum mehr etwas zu holen geben: Markus Moll will nur noch unechte Schmuckstücke in der Auslage präsentieren. «Es ist ein Balanceakt. Einerseits wollen wir mit dem Schaukasten Kunden anlocken, andererseits aber keine Diebe.»