Der Aufruhr war gross, als publik wurde, dass mit Swiss Skies ein neuer Billiganbieter ab Basel fliegen soll. Das Besondere daran: Die Airline will auf der Langstrecke günstige Flüge anbieten. Etwas, was bis heute praktisch nur auf Kurzstrecken angeboten wird. Bis Ende Jahr wollte die Firma Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe beisammenhaben, um zu starten. Doch das verzögert sich nun.

Erst einmal waren die Swiss-SkiesChefs jedoch überrascht, was ihre Ankündigung an Medienecho auslöste. Und zwar derart überrascht, dass sie kurzfristig eine Medienkonferenz anberaumten. Da zeigte sich bereits, dass vieles noch unklar ist. Es gehe nur darum, das Projekt vorzustellen, hiess es im September. Unklar ist bis heute, wie stark die Verbindung zur Schweiz sein soll. Einerseits kündigten die Gründer an, dass der Euroairport zum Zentrum der Airline werden soll. Direkt und indirekt sollen so 5000 Arbeitsplätze im Raum Basel entstehen.

Andererseits hiess es aber auch, dass man in Europa noch vier andere kleinere Flughäfen als Standorte sucht. Wo diese sind, ist unklar. Auch wohin geflogen werden soll. Wie die Airline am Ende heissen wird, ist auch offen. Und erst recht, wann die Flugzeuge erstmals abheben sollen.

Klar ist bis jetzt nur: Von den 1900 eigenen Mitarbeitern und den 38 Flugzeugen, welche die Firma damals in einer Medienmitteilung ankündigte, ist Swiss Skies noch weit entfernt. Hinter Swiss Skies stehen Alvaro Oliveira, Armin Bovensiepen, Harald Vogels und Philippe Blaise. Sie alle haben eine Vergangenheit in der Luftfahrtbranche, sind aber weitgehend unbekannt.

Das Geld fehlt

Eigentlich wollten die vier Gründer bereits im nächsten Jahr abheben. 50 Millionen Franken wollte das Unternehmen deshalb bis Ende Jahr beschaffen. Eine erste Wasserstandsmeldung in der «Bilanz» im Oktober zeigte, dass die Investoren bis dahin rund 2 Millionen Franken beisammen hatten. Das Geld stammt von Freunden und der Familie der Gründer.

Zweieinhalb Monate später muss ein Sprecher zugeben: «Das Ziel der ersten Finanzierungsrunde, um den Aufbau der Airline weiter zu treiben, ist noch nicht erreicht.» Wie viel Geld zusammen ist, wird nicht kommuniziert.

Als Gründe gibt der Sprecher den allgemeinen wirtschaftlichen Ausblick, steigenden Treibstoffkosten, erhöhte globalen Handelsbeschränkungen und politische Unsicherheit an, zum Beispiel wegen des Brexits.

Viele dieser Gründe haben sich seit September, als das Projekt vorgestellt wurde, allerdings nicht wesentlich verändert. «Das Investitionsumfeld ist derzeit negativer beeinflusst als im September eingeschätzt», kommentiert der Sprecher. Nun verspricht Swiss Skies im ersten Quartal 2019 weitere Neuigkeiten. Man stehe aber nach wie vor in Kontakt mit potenziellen Investoren.