In den nächsten zwanzig Jahren wird die Basler Wohnbevölkerung von 196 000 (Stand Ende 2014) auf bis zu 228 000 Seelen wachsen. Das hält das Statistische Amt des Präsidialdepartements in seiner jährlich aktualisierten Studie zur Bevölkerungsentwicklung fest. Zum letzten Mal hätten Anfang der 1970er-Jahre so viel Menschen in Basel gewohnt.

Während für den gesamten Kanton bis 2035 ein Wachstum von 16 Prozent vorausgesagt wird, soll die Kleinbasler Bevölkerung mit 27 Prozent am meisten zunehmen. An zweiter Stelle folgen Riehen und Bettingen mit 20 Prozent. Voraussetzung dafür sei eine unverändert hohe Attraktivität von Basel-Stadt für Bewohner, Zuzüger und Investoren. Daneben würde eine erhöhte Lebenserwartung von 88 Jahren bei den Frauen und 84 Jahren bei den Männern wirken. So sollen 2035 rund 48 000 Baslerinnen und Basler über 65 Jahre alt sein. Entscheidend für das Wachstum sei aber auch, dass die Geburtenrate einigermassen stabil bleibe. Für die zusätzlichen Einwohner müsste Basel 15 000 Wohnungen neu bauen, so das «Hohe Szenario» der Statistiker.

11 000 neue Wohnungen

Planungsgrundlage für die Basler Behörden sei aber das sogenannt «Mittlere Szenario». Demnach würde die Basler Bevölkerung bis 2035 um rund 6 Prozent auf 208 000 Seelen steigen. Auch in diesem Szenario würde das Kleinbasel mit 12 Prozent am meisten wachsen, gefolgt von Riehen und Bettingen mit 8 Prozent. 

Dies würde dem Durchschnitt der letzten Jahre entsprechen und sei darum realistischer als alle anderen möglichen Entwicklungen. Um alle Neubasler adäquat unterzubringen, müssten bis zu 11 000 neue Wohnungen erstellt werden. Dazu müssten neue Areale entwickelt und Baulandreserven genutzt werden. Erstaunlicherweise habe sich dabei das zweifache Nein bei der Abstimmung zur «Stadtrandentwicklung Ost» im letzten Jahr nicht negativ auf den Wohnungsbau ausgewirkt, so Lukas Mohler vom Statistischen Amt. Der Verzicht auf die Entwicklung der Stadtränder auf dem Bruderholz und in der Breite sei kaum zu spüren. Offenbar seien stattdessen anderswo im Kanton neue Wohnungen errichtet worden.

Als wenig realistisch gilt das «Tiefe Szenario». Diese dritte Entwicklung ist der Vollständigkeit halber auch Teil des Berichts. Hier gehen die Statistiker von einem Bevölkerungsverlust aus. Basel werde aufgrund negativer wirtschaftlicher und politischer Entwicklungen an Attraktivität verlieren. Die Bevölkerung soll auf 188 000 Menschen zurückgehen. Dabei würde der Anteil der Erwerbstätigen massiv sinken. Aufgrund der mangelnden Nachfrage würden dabei auch die Immobilienpreise sinken. Da aber wegen der billigen Mieten mehr Wohnraum in Anspruch genommen werden wird, müssten auch im tiefen Szenario 6000 neue Wohnungen gebaut werden.