Normalerweise schweigen die Parteien vor einer Gerichtsverhandlung. Die verfeindeten Basler Thaiboxer Shemsi Beqiri (Carlos‘ Thaibox-Trainer) und Paulo Balicha halten sich nicht daran. Direkt nach ihrer Schlägerei im Februar in Reinach gab Beqiri mehrere Interviews.

Das gefiel Balichas Anwalt Nicolas Roulet gar nicht. Er intervenierte bei der Baselbieter Staatsanwaltschaft (Stawa). Darauf erliess diese im März ein Schweigegebot. In der Verfügung, die der «Schweiz am Sonntag» vorliegt, wird Beqiri unter Androhung von Straffolgen verpflichtet, gegenüber den Medien und anderen Dritten nicht über den Tatablauf zu sprechen. Daran hielt sich Beqiri bisher. Zumindest medial kehrte darauf Ruhe ein.

Die Ruhe wurde vergangene Woche beendet: In der «Schweiz am Sonntag» schilderte Balicha erstmals seine Sicht. Beqiri empört sich nun, dass er von seinem Gegner zum Schweigen verpflichtet worden sei, sich dieser selber aber nicht daran halte.

Beqiris Anwalt Jascha Schneider konnte die Stawa zu einem Umdenken bewegen. Beqiri berichtet, die Stawa habe die Schweigeverfügung nach Erscheinen der «Schweiz am Sonntag» unverzüglich aufgehoben. Dafür hat sich die Stawa nun selber zum Schweigen verpflichtet. Sie gebe derzeit keine Auskünfte mehr zu diesem laufenden Verfahren, heisst es auf Anfrage.

Beqiri wiederum nützt es nun aus, dass das Schweigegebot nicht mehr gilt. Er liess über seinen Anwalt eine Stellungnahme verschicken, die sogar mit Bildern aus Videoaufnahmen illustriert ist. Diese sollen zeigen, dass Balicha Schlagringe getragen habe, obwohl er das Gegenteil behauptete.

Beqiri bemüht sich, sein Image wieder aufzupolieren. «Aufgrund des Überfalls habe ich einen starken Mitgliederschwund in meinem Sportcenter zu beklagen», sagt er. Helfen soll auch ein diese Woche online gestellter Image-Trailer des Regisseurs Andy Klossner.