Erwin Zimmerli, Konsulent der Zürcher Anwaltskanzlei Werder-Viganò, ist für Transparenz: Ja, sagt der Spezialist für Wirtschaftsstrafrecht, es fänden «Gespräche über einen Vergleich mit der Basler Kantonalbank (BKB) in einer sachlichen Atmosphäre» statt.

350 Personen bangen um Gelder

Zimmerli ist Vertreter von rund 350 Personen eines «Geschädigten-Pools», die um ihre bei der ASE Investment AG investierten Gelder bangen. Mitte Juni war über die Finanzfirma der Konkurs eröffnet worden. Statt traumhafter Renditen sorgen sich rund 500 Anleger um ihre Anlagen in total zwei- bis dreistelliger Millionen-Höhe.

Der Zürcher Anwalt Daniel Fischer, der ebenfalls eine Gruppe von geschädigten ASE-Investoren vertritt, will «weder bestätigen noch dementieren», dass mit der BKB Gespräche laufen. Ganz anders Zimmerli: Er hoffe, dass die Verhandlungen bis Ende Oktober zu einem Ergebnis führen.

So offen will sich BKB-Sprecher Michael Buess nicht äussern. Immerhin bestätigt er, dass «wir mit den betreffenden Kunden der ASE Investment AG, die ihr Konto bei der Basler Kantonalbank hatten, in Kontakt stehen.» Er betont, dass «diese Gespräche vertraulich geführt werden.»

Geschäftsführer im Mittelpunkt der Ermittlungen

Es ist Ungewöhnlich, dass die BKB Hand zu solchen Gesprächen bietet. Sie fungierte lediglich als Depotbank. Im Mittelpunkt der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in Aarau steht denn auch ASE-Geschäftsführer M. Sch., der seit Ende April in Untersuchungshaft sitzt. Gegen ihn läuft ein Strafverfahren wegen Verdachts auf Urkundenfälschung, ungetreue Geschäftsführung und eventuell Betrug.

Ob die BKB als Depotbank der Konti der ASE-Anleger sorgfältig gearbeitet hat, lässt die Bank selbst in einer externen Studie der Zürcher Anwaltskanzlei Bär & Karrer abklären. Sie liegt jedoch noch nicht vor. Anleger monieren, dass sie nur im Vertrauen auf die BKB als Depotbank bei der ASE investiert hätten. Wenn es zutreffe, dass die ASE mit Zahlungsaufträgen per Fax und gefälschten Unterschriften arbeitete, hätte dies die Depotbank merken müssen, jammern Anleger weiter.

In ihrer «Verwaltungsvollmacht für Vermögensverwalter» hat sich die Depotbank zwar abgesichert, dass die Bank unter anderem «von jeglicher Beratungs-, Aufklärungs- und Abmahnungspflicht in bezug auf die Verwaltung der Vermögenswerte durch den Bevollmächtigten» entbunden sei. Dennoch kann es der BKB angesichts ihres Werbeslogans eines «Fair Banking» wohl nicht egal sein, wie mit ihren Kunden umgesprungen wird.

Strafanzeige gegen Basler Bank

Bereits wurde auch gegen die BKB eine Strafanzeige eingereicht, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft bestätigt. Ein Strafverfahren gegen die Basler Bank sei jedoch bislang nicht eröffnet worden.