Mulhouse 1001 PS, Höchstgeschwindigkeit 407 Kilometer pro Stunde und ein Verkaufspreis von 1,3 Millionen Euro – der Bugatti Veyron, der im elsässischen Molsheim produziert wird, dürfte so manches Buben- und Männerherz höherschlagen lassen. Als Leihgabe ist das luxuriöse und teuerste in Serie fabrizierte Fahrzeug der Welt im Automobilmuseum von Mulhouse zu sehen.

Dort blinkt und blitzt es allenthalben. 420 Oldtimer sind in den vier Kilometer langen Alleen auf 20 000 Quadratmetern in chronologischer Reihenfolge ausgestellt. Wer ein wenig Französisch versteht, dem sei eine zwanzigminütige Fahrt mit dem kleinen Elektrozug empfohlen, auf der die wichtigsten Autos kurz vorgestellt werden. Sie dauert eine halbe Stunde, ist im Eintrittsbillett enthalten, wird aber eben nur auf Französisch angeboten. Gratis sind auch die Kopfhörer zum Museum, die in sechs unterschiedlichen Sprachen verfügbar sind.

Gleich neben der Ausgabe befindet sich ein Raum, der über die Entstehungsgeschichte des Museums informiert, die eng mit den elsässisch-schweizerischen Textilindustriellen Hans und Fritz Schlumpf zusammenhängt. Es war vor allem Fritz Schlumpf, der die riesige Oldtimersammlung, mit einem Schwerpunkt auf teure Bugattis, zusammengetragen hat. Zeitweise arbeiteten 40 Beschäftigte nur für das Auto-Atelier.

Arbeiter besetzten Hallen

1976 ging die Textilfabrik in Konkurs. Vom 7. März 1977 bis 22. März 1979 hielten ehemalige Arbeiter die Hallen mit den Autos besetzt und machten die Sammlung der Öffentlichkeit zugänglich. Fritz und Hans Schlumpf flüchteten nach Basel und Fritz sollte nur noch einmal, ein Jahr vor seinem Tod 1992, seine Sammlung im Museum wiedersehen.

Die Sammlung Schlumpf beschränkt sich auf europäische Autos und geht vom ersten serienmässig hergestellten Panhard et Levassor von 1891 bis in die Fünfzigerjahre des 20. Jahrhunderts. «Alle neueren Autos sind Leihgaben oder Geschenke. Wir haben kein Budget für Ankäufe», erklärt Direktor Martin Biju-Duval. Das führe dazu, dass ab den 60er-Jahren kaum mehr Autos zu sehen sind. Ein Citroën DS mit hydropneumatischer Federung ist das gleiche Modell wie das Fahrzeug, das Charles de Gaulle bei einem Attentat das Leben rettete, weil es auf drei Rädern weiterfahren konnte. An der Ecke der vierten Allee steht ein sechs Meter langer Aston Martin von 1982, der damals das teuerste Auto der Welt war und auf der Strasse von London ins Elsass gebracht wurde. Der Leihgeber ist ein Franzose.

Überhaupt sind 80 der 420 ausgestellten Autos noch fahrbereit und nehmen regelmässig in der wärmeren Jahreszeit von Anfang April bis Ende September an Vorführungen auf dem Autodrom teil, das direkt neben dem Museum liegt. Weitere 200 Autos befinden sich im Lager.

Persönliche Highlights in der Ausstellung: Ein Mercedes Coupé 300 SL von 1955 mit Schmetterlingstüren, ein roter Alpha Romeo von 1936, der bei dem Rennen Mille Miglia 1936 14 Minuten Vorsprung hatte, als sein Licht ausfiel. Mit 32 Sekunden Vorsprung rettete sich der Fahrer schliesslich ohne Licht doch noch als Erster ins Ziel. Ein Mercedes von 1937 sieht wie ein VW Käfer aus. Die Erklärung: Er war von Ferdinand Porsche entworfen, der für beide Modelle verantwortlich zeichnete.

Ein Euro für eine Elektroautofahrt

Herzig sind die rund 60 Kindertretautos und ein Schiff, die inmitten der grossen Ausstellung gezeigt werden. In einem Kinderbereich stehen Elektroautos für eine kleine Tour bereit, selbstredend keine Oldtimer. Ein Jeton, der auch für Spielsimulatoren gültig ist, kostet einen Euro.

2006 wurde das Museum um ein grosses Gebäude erweitert, der Eingangsbereich total umstrukturiert, die Besucherführung verbessert und die Angebote erweitert. Von den fast 200 000 Besuchern kommen 40 Prozent aus dem Ausland, neun Prozent aus der Schweiz. Obwohl direkt vor dem Museum das Tram hält, in das man beim Bahnhof einsteigen kann, kommen nur zwei Prozent der Besucher mit dem öV.

Beim Übergang zur grossen Ausstellungshalle sind etliche Kühlerfiguren zu sehen. Was heute nur noch Mercedes oder Rolls Royce machen, war früher gang und gäbe. Zwischen 7000 Modellen konnten die Autofahrer auswählen. Entsprechend gross war auch die Zahl der Automarken. Allein in Frankreich gab es zwischen 1900 und 1920 500 bis 600 davon. Beliebt ist bei den Besuchern die Möglichkeit, einen Automotor von 1923 mit einer Kurbel anzuwerfen. Auf dem Weg zum Ausgang sind acht verschiedene Motoren ausgestellt. Per Knopfdruck kann man auf einem Bildschirm eine Computeranimation aktivieren, die zeigt, wie diese funktionieren.

Gut ausgestattet ist der Museumsshop, der mit Modellautos, Bausätzen, Spielen, Postkarten, Büchern, T-Shirts und vielem mehr Angebote für jede Geldbörse hat.

Cité de l'Automobile, Mulhouse, 15, rue de l'Epée. 25. 12 . zu, sonst offen, auch 24. 12., 10 bis 17 Uhr. Autobahn 35, Ausfahrt Mulhouse Centre, Beschilderung folgen. Vom Bahnhof Tram 1, dies fährt nur in eine Richtung. Oberrheinischer Museumspass gültig. www.citedelautomobile.com

Lörrach International herausragende Bedeutung gewann der badische Universalkünstler des Jugendstils Max Laeuger als Keramiker. So erhielt er auf der Weltausstellung in Paris 1900 eine Goldene Medaille für seine Arbeit. Die grosse Sonderausstellung im Lörracher Dreiländermuseum zeigt aber, dass sich seine Tätigkeit bei weitem nicht auf die Keramik beschränkte.

Als Grafiker, Gartenplaner, Architekt und Möbeldesigner entwarf Laeuger Glasfenster, Tapeten, Möbel, Linoleumböden und Plakate. In Lörrach sind auch zahlreiche Fliesen, Vasen und Reliefs zu sehen. Mit seiner Jugendstilkeramik überwand er die Grenze zwischen Plastik und Malerei. In Lörrach werden ferner etliche Zeichnungen und Gemälde von Laeuger ausgestellt.
Geboren ist der Künstler 1862 als Sohn eines Büchsenmachers in Lörrach, wo er auch aufwuchs. 60 Jahre lebte er in Karlsruhe, das er nach der Zerstörung seiner Ateliers durch Bombenangriffe verliess, um sich 1947 im eigenen Haus in Lörrach Tüllingen niederzulassen, wo er auch 1952 starb.

In Basel entwarf er 1902 bis 1904 die Glasfenster der Pauluskirche und 1910 bis 1912 die Fassade des Küchlin Variété-Theaters, die seit 1992 unter Denkmalschutz steht. 

Dreiländermuseum Lörrach Basler Strasse 143, 24. 12.–26. 12. zu, aber Sa, 27. 12., 14–17 Uhr, So, 28. 12., 11–17 Uhr, geöffnet. www.dreilaendermuseum.eu

Vitra: Seitdem sich auf dem Gelände von Vitra in Weil am Rhein auch noch eine grosse Rutsche befindet, ist ein Besuch beim renommierten Designmöbel-Produzenten für Familien noch einmal attraktiver geworden. Der «Vitra Slide Tower» stammt vom deutschen Objekt- und Installationskünstler Carsten Höller und ist 30 Meter hoch. Eine ringförmig überdachte Aussichtsplattform in 17 Metern Höhe ermöglicht einen neuen Blick auf den Campus mit seinen Bauten berühmter Architekten.

Sie ist auch Ausgangspunkt für die spiralförmige Röhrenrutschbahn, die derzeit von 12 bis 16 Uhr geöffnet ist. Hier dürfen Erwachsene und Kinder ab sechs Jahren und einer Grösse von mindestens 1.30 Meter in die Tiefe rutschen. Voraussetzung ist allerdings, dass das Wetter mitspielt. Bei schlechter Witterung wird die Rutsche nämlich geschlossen. Drücken wir also die Daumen, dass das Wetter mitspielt.

Wenn nicht, ist auch der Besuch des wenige hundert Meter entfernten Vitra-Hauses ein Alternative; beides ist gratis. Die zwölf ineinander gestapelten Giebelhäuser sind lichtdurchflutet und ermöglichen mit ihren grossen Fensterfronten einen schönen Blick Richtung Basel und auf den Tüllinger Hügel. Hier stellt Vitra seine Home Collection und auch Büromöbel aus.
Noch bis 6. Januar läuft das Ratespiel «Once upon a time». Auf dem Rundgang sind acht Inszenierungen verschiedener Märchen zu entdecken. Wer die dahinter verborgenen Märchen richtig errät, nimmt an der Verlosung einer Wolldecke von Charles & Ray Eames teil.

Praktisch und beliebt sind auch die Check-Karten, die es beim Empfang gibt und, mit deren Hilfe man sich an Touchscreen-Automaten über Preise und Ausführungen der ausgestellten Möbel informieren kann. Der Rundgang durch das Haus beginnt vorzugsweise im vierten Stock, in den man mit dem Fahrstuhl hochfahren kann.

Regelmässig wird umgestaltet

Jede Etage wird in der Regel zwei bis drei Mal im Jahr umgestaltet. Im dritten Stock informiert eine Timeline von 1930 bis 2010 über die grossen Gestalter und Möbeldesigner wie Werner Panton, Jean Prouvé, Isamu Noguchi, George Nelson und Charles & Ray Eames. Im Erdgeschoss bietet ein Design-Shop Karten, Tassen, Tücher, Taschen, Stühle, Decken und Kissen zum Verkauf an. Ein Café/Restaurant sorgt für die kulinarische Stärkung.

Im Vitra Design Museum läuft derzeit eine Retrospektive zu Alvar Aalto. Der Finne lebte von 1898 bis 1976 und zählt zu den wichtigsten Architekten der Moderne. Die Ausstellung widmet sich neben seinen Bauten wie einer Kirche, einem Verwaltungs- und Kulturzentrum, einer Bibliothek und einem Tuberkulose Zentrum auch seinem Werk als Designer von Möbeln, Leuchten und Glasobjekten. Vom 25. Dezember bis 11. Januar gibt es jeden Nachmittag um
15 Uhr eine Führung zur Ausstellung.

Vitra-Haus und Designmuseum täglich 10–18 Uhr, 24.12. nur bis 14 Uhr. Die Rutsche ist an Heiligabend und Silvester bis 16 Uhr auf. Bus 55 vom Claraplatz. 

Blansingen, Isteiner Klotz Wem zu Hause die Decke auf den Kopf fällt, dem sei Folgendes empfohlen: Ein Wackel von Istein über Huttingen nach Blansingen und zurück. Dort auf dem geschwungenen Isteinerberg spannt sich der Himmel sehr weit. Immer wieder schweift der Blick in die Rheinebene oder den Blauen, an klaren Tagen zum Belchen. Und plötzlich kann man wieder atmen. Es ist übrigens eine valable Alternative zum völlig übernutzten Trampelpfad von Riehen nach Ötlingen, wo an schönen Tagen in Viererkolonnen marschiert wird.

Vom Bahnhof Istein geht es gleich sehr steil hoch bis auf den Bergrücken. Vor Huttingen nach links abbiegen, durch die Rebberge oder auf dem Fahrsträsschen bis zum etwa drei Kilometer entfernten Blansingen. Auf einem ähnlichen Weg geht es zurück nach Huttingen. Sowohl in Blansingen wie Huttingen sind Restaurants zu finden. (sts)
Blansingen: Der Römerhof hat nur am 25. und 26. Dezember offen.

0049 7741 9671397. Das schicke Restaurant Traube ist vom 25. bis 28. Dezember geöffnet, 31.12. nur abends, Tel. 0049 7628 942 37 80. Huttingen: Landgasthof zum Rebhang, 0049 76 28 - 8 05 86 89. Anreise mit der Bahn: Badischer Bahnhof – Istein, Abfahrt jeweils x.48. Fahrdauer 15 Min.

Petite Camargue Wenn es nicht gerade aus Kübeln giesst, ist das südelsässische Naturschutzgebiet Petite Camargue Alsacienne (PCA) in jeder Jahreszeit für einen Ausflug gut. Gerade mal in acht Kilometer Luftlinie vom Basler Marktplatz findet sich hier ein Mosaik von trockenen und feuchten Lebensräumen mit einer grossen Anzahl geschützter Pflanzen- und Tierarten. Seit 1990 sorgen Schottische Hochlandrinder als natürliche Rasenmäher dafür, dass die PCA nicht verbuscht. Von mehreren Beobachtungsstationen entlang der Rundwege hat man einen schönen Blick in das Naturschutzgebiet. Die beiden Dauerausstellungen zum Rhein und zur Fischzucht sind zwar bis zum 12. Januar geschlossen, aber am schönsten ist es sowieso, draussen in der schönen Auenlandschaft die Seele baumeln zu lassen und dabei, mit etwas Glück, das eine oder andere Tier zu beobachten. 

Mit dem Auto französische Autobahn A35, Ausfahrt Bartenheim, Richtung St. Louis, öV Distribuslinie 4 von Schifflände (So stündlich jeweils zur halben Stunde, sonst Grossteils Viertelstundentakt. Die Fahrt dauert 21 Minuten. www.distribus.com,
www.petitecamarguealsacienne.com