Spaziert man durch die Steinen, die Freie Strasse oder über den Barfüsserplatz, sind sie nicht zu übersehen: Plakate, die auf dem Boden kleben. Mit knalligen Schriftzügen verzieren sie die Basler Strassen und buhlen um die Gunst der Partygänger. Tendenz: steigend. Oft deutet aber nur noch das Klebeband darauf hin, dass dort einst illegal plakatiert wurde.

Alexander Isenburg, Leiter der Stadtreinigung im Basler Bau- und Verkehrsdepartement, stellt mit Sorge fest, dass diese Art, Veranstaltungen anzupreisen, in den letzten zwölf Monaten markant zugenommen hat. «Das ist ein grosses Problem», sagt Isenburg. Worauf die Zunahme zurückzuführen ist, kann er nur vermuten: «Irgendjemand hat mal damit angefangen und nun ziehen alle nach.» Für die Stadtreinigung ist dieses illegale Plakatieren eine Belastung. «Das ist sehr störend und mühsam. Da die Wischmaschinen die Plakate nicht entfernen können, müssen die Stadtreiniger dies selber tun und dafür auf die Knie», erzählt Isenburg weiter. Zudem sehe der Belag danach «schrecklich» aus, da sich das Klebematerial in diesen hineinfresse. «Für die Stadtreinigung bedeutet das noch mehr Arbeit, und wir haben genug andere Sachen zu tun», meint Isenburg. Für ihn ist deshalb klar, dass das Plakatieren auf dem Boden aufhören muss.

Gebühren bis zu 10000 Franken

Die Allmendverwaltung geht ab dem nächsten Jahr denn auch härter mit den Verursachern ins Gericht: Illegale Plakate auf Allmend werden künftig ohne Vorwarnung beseitigt – dem Veranstalter oder der Plakatierungsfirma wird der Entfernungsaufwand in Rechnung gestellt. Die Gebühr liegt im Rahmen von 100 Franken pro Plakat bis zum Maximalbetrag von 10000 Franken. Neu haben die Plakatierer aber mehr Möglichkeiten: Auf rund 100 Steuerungskästen von Lichtsignalanlagen werden Plakate zugelassen (die Basellandschaftliche Zeitung berichtete).

Nicht nur Alexander Isenburg schüttelt wegen des Plakatierens auf dem Boden den Kopf – auch Mike Beuttner, Geschäftsführer und Inhaber der Basler Plakatierungsfirma Kulturbox, ärgert sich masslos. «Das ist eine Sauerei. Plakate auf dem Boden lassen sich sehr schwer entfernen – die Stadtreiniger sind arme Kerle», bestätigt er. Beuttner betont, dass seine Mitarbeiter die Plakate nie auf den Boden anbringen würden. «Es gibt legale Möglichkeiten», meint er. Zudem wäre diese Vorgehensweise kontraproduktiv, da man seit Jahren mit der Verwaltung nach einer Lösung für mehr Plakat-Fixstellen suche.