In Sachen Kultur und Kulinarik wird wohl das diesjährige – von Messeleiter Chris Eichenberger als «abenteuerlich» bezeichnete – Gastland Indien mit einem reichhaltigen Angebot an der Muba auffahren.

Setzt das Muba-Team Simon Dürrenberger und Chris Eichenberger nach Ägypten im 2011 dieses Jahr mit Indien auf ein sichereres Gastland? Damals hatten die Ägypter ihren Basar in der Messehalle 2 in den Tagen aufgebaut, als Machthaber Husni Mubarak abgesetzt wurde. Dies führte bei einigen Leuten zu Unmut. «Kein Land ist per se sicher», sagt Eichenberger über Indien.

Veranstalter entscheiden selbst, wie sie sich präsentieren

Muba-Kommunikationsleiter Dürrenberger pflichtet bei: «Wäre dieses Jahr Deutschland wegen des Steuerstreits etwa besser?» Die Reaktionen des Muba-Publikums auf das Land von «Tausend und eine Nacht» im letzten Jahr waren im Übrigen positiv.

Eine leichte, Spannung erzeugende Unsicherheit gegenüber dem Ursprungsland der Bollywood-Filme bleibt: «Wir wissen nicht, wie und womit sich Indien präsentiert. Das regeln die Veranstalter in Delhi», führt Eichenberger aus.

Zürich spielt mit Vorurteilen

Neben dem Gastland präsentiert sich wie jedes Jahr auch ein Gastkanton. Mit Zürich habe er eine Traum-Gaststadt an Land gezogen, lacht Eichenberger. «Die Zürcher bauen auf die Klischees, die die Basler ihnen vorhalten, und stellen sich deren Vorurteilen.» Er ist begeistert, dass Zürich den Mut hat, sich so darzustellen. «Das zeugt von Selbstironie.»

Die Zürcher setzen auf ein interaktives Konzept, die Muba-Gäste können ihre Meinungen gegenüber dem Kanton vor Ort kundtun.

Muba bietet auch Sehenswertes für Kunstliebhabern

Zum ersten Mal kommen auch Kunstliebhaber an der Muba zum Zug. 16 internationale Landart-Künstler und sieben Bildhauer kreieren an der «SkulpTOUR» im Rundhof Kunstwerke aus natürlichen Materialien. Der Rundhof wird nach zwölf Jahren Pause an der Muba wieder bespielt, weil die Erlebnismesse aufgrund des Messehallenneubaus nicht im Februar stattfindet – Mitte April herrschen dann hoffentlich Frühlingstemperaturen.

Zudem können am Kunstmarkt Bilder von 22 Künstlern, die eine Galeristin ausgewählt hat, betrachtet und bei Interesse gleich gekauft werden. Die Idee dahinter: «Die Besucher sollen neben hochwertigen Sofas auch erschwingliche Kunst nach Hause nehmen können», erklärt Eichenberger.

Rund 450 Bilder, Plastiken oder Mobiles, die zwischen 500 und 3800 Franken kosten, werden ausgestellt. Also keine Werke aus Museen oder Galerien sondern Kunst für das breite Publikum. An der Kunstmesse Art Basel, die im Juni über die Bühne geht, kommt die Muba bestens vorbei. «Wir haben uns wegen ‹SkulpTOUR› und wegen des Kunstmarktes mit der Art Basel abgesprochen.»

Parteien haben für Muba keine Zeit

Für grossen, emotionalen Gesprächsstoff sorgten letztes Jahr die Parteien, die an der Muba den Besuchern ihr politisches Credo nahegelegt hatten. Dabei waren die SVP der Kantone Aargau, Solothurn, Baselland und Basel-Stadt sowie die SP und die BDP Schweiz. Nach der Muba 2011 hiess es, es werde ein Konzept entwickelt, um die Anwesenheit der Parteien auszubauen.

Problem heute: Diese wollen nicht mehr mitmachen. «Die Parteimitglieder haben festgestellt, dass der zeitliche Aufwand enorm ist», erklärt Eichenberger mit Bedauern. Es sei schwierig, dass zehn Tage lang Mitglieder am Stand ihre Partei vorstellen. «Aus diesem Grund überlegen wir, in Zukunft ein Fünf-Tages-Fenster anzubieten.»

Neue Medien im Fokus

Was nach 2010 in der Messehalle 2 erneut auftaucht, ist die Erlebnisschau «tunBasel». Jugendliche sollen dort anhand von Experimenten, die sie durchführen, für Naturwissenschaften und Technik begeistert werden. In diesen Berufsfeldern herrscht ein Mangel an Fachkräften. Und weiterhin wird an der zehntägigen Messe vom 13. bis zum 22. April auf Neue Medien gesetzt. Die Muba-App vom letzten Jahr, mit der die Besucher den Hallenplan abrufen können, gibt es wieder. Auch die Facebook-Seite funktioniere gut, bis zu 60'000 User pro Monat würden diese besuchen.

Die Muba 2012 ist in den Startlöchern und Messeleiter Chris Eichenberger sowie Muba-Kommunikationsleiter Simon Dürrenberger befinden sich bereits in Verhandlungen, welches Gastland im 2013 auftreten soll. Mögliche Kandidaten kommen aus Schwarzafrika und Lateinamerika.