In weniger als zwei Jahren ist es soweit: Spätestens im Frühling 2021 wird der restaurierte Westflügel des Bahnhofs SBB, der den Schweizer mit dem SNCF-Teil verbindet, wieder eröffnet. Mit einer grossen Migros-Filiale im Untergeschoss, Verkaufsläden und einem gastronomischen Angebot im Erdgeschoss. Letzteres wird von der Candrian Catering AG bespielt.

Vor neun Jahren startete das Zürcher Unternehmen als neue Betreiberin der Gastronomie im Bahnhof Basel und baute damit seine enge Partnerschaft mit den SBB aus: Im Zürcher Hauptbahnhof ist Candrian Catering schon seit Jahren der Platzhirsch, mit Restaurants wie dem Au Premier, dem Imagine, der Brasserie Federal oder auch als Franchisenehmer der Fisch-Kette Nordsee.

In Basel zeichnet sie heute für die Snack-Bar Blueberry und die Kombi-Theke Nordsee & Il Baretto auf der Passerelle verantwortlich. Doch eben bald wird die Candrian-Handschrift auch im Westflügel des Bahnhofs sichtbar sein.

Nostalgiker und Trendsetter werden enttäuscht

Nun sind die Details zum Gastroangebot im historischen Gebäudetrakt des Bahnhofs bekannt: Eine seit wenigen Tagen aufliegende Baupublikation gibt Einsicht in das neue Betriebskonzept, das sich die bz angesehen hat.

Wer auf ein überraschendes, innovatives Food-Konzept im Durchgang zwischen Schalterhalle und Elsässer Bahnhof gehofft hat, wird dabei enttäuscht. Und auch Nostalgikern wird es einen Stich ins Herz versetzen: Traditionelle Brasserieküche, wie sie jahrelang in diesem dunklen Tunnel angeboten wurde und die als fast schon legendär galt, wird es nicht mehr geben.

Candrian Catering setzt auf Bewährtes: italienische und Schweizer Küche. Konkret wird das Angebot aus zwei Restaurants bestehen. Das «Stazione Centrale» im altehrwürdigen Saal des Bahnhofbuffets wird gemäss Betriebskonzept «typisch mediterrane Gerichte wie Antipasti, Pasta, Pizza und Panini» sowie Süsses und eine grosse Auswahl an Getränken mit oder ohne Alkohol auf der Karte haben – zu konsumieren vor Ort im Saal, an der Kaffeebar, in einem neuen Wintergarten oder zum Mitnehmen. Insgesamt wird das «Stazione Centrale», dem ein italienischer Anstrich verpasst werden soll, 200 Sitzplätze bieten.

Das kleinere «Federal Express» wiederum, das die bisherigen Take-away-Betriebe im Westflügel ersetzt und gegenüber dem «Stazione Centrale» zu stehen kommt, wird laut dem Candrian-Konzept mit «moderner Swissness» überzeugen: Neben hausgemachten Wurstwaren, Älplermagronen und Rösti-Gerichten werden Salate und Sandwiches in der Auslage zu finden sein. 25 Personen finden hier Platz, davon sind zirka 10 Stehplätze vorgesehen. Draussen auf dem Boulevard mit Blick auf den Bahnhofsplatz sieht Candrian Catering auf einer Fläche von 35 Quadratmetern rund 25 Sitzplätze vor.

Warum sich das Zürcher Unternehmen für diese beiden kulinarischen Richtungen entschieden hat, war gestern nicht zu erfahren. Sprecherin Tina Candrian beantwortete eine E-Mail mit verschiedenen Fragen nicht.

Gastro-Ausbau im Westflügel kostet 5,75 Millionen

Die Kosten des Ausbaus der zwei Betriebe innerhalb des restaurierten Westflügels belaufen sich laut der vorliegenden Baupublikation auf 5,75 Millionen Franken. Vieles wird auch hinter der Fassade umgebaut: So werden laut dem Betriebskonzept die rückwärtigen Räume im Westflügel angepasst und für alle Candrian-Betriebe am Bahnhof in Basel zugänglich sein, etwa die gemeinsame Warenanlieferung, das zentrale Lager, Büros und Garderoben sowie Duschen für Mitarbeiter.

Im Konzept wird aber betont, dass die bestehenden Betriebe im Bahnhof auch nach der Eröffnung der beiden Restaurants im Westflügel «grösstenteils» autonom funktionieren und nur wenige Produkte von der Küche des «Stazione Centrale» beziehen werden.

Nach der Eröffnung der beiden Restaurants werden rund 80 Personen für Candrian Catering am Bahnhof SBB in Basel tätig sein.