Fasnacht

Brauchen Basler Tambouren eine bessere Ausbildung? Die «Trommelakademie» wehrt sich gegen Kritik

Herrlich, wie das ruesst: Die Basler Trommelakademie will die Basler Tambouren noch besser machen.

Die Basler Trommelakademie kämpft auch ein Jahr nach der Gründung mit Vorurteilen. Denn im Gegensatz zu klassischen Musikvereinen sind Cliquen weitgehend auf ihre Fasnacht ausgerichtet. Die Trommelakademie hingegen will ambitionierte Tambouren fit für die Bühne machen.

Das Schöne an der Basler Cliquen-Fasnacht ist, dass so viele Menschen aktiv mitmachen können. Man tritt in jungen Jahren einem Verein bei, erlernt dort die Grundkenntnisse des Trommelns oder Pfeifens und darf dann einstehen. Das vordergründigste Qualitätskriterium lautet: Kann jemand die Märsche, so läuft dieser Tambour oder jene Pfeiferin im Harst mit.

Zwar hat das Basler Trommel- und Pfeiferwesen auch wegen der zunehmenden Teilnahmen an nationalen Wettbewerben an Qualität gewonnen, doch mit dem Erwerb überaus solider Grundkenntnissen hört es in den Vereinen meist auf. Wer das Maximum herausholen will, muss sich oft anderswo orientieren. Zum Beispiel an der Basler Trommelakademie: Hier wird unter professioneller Anleitung die Tambourenkunst perfektioniert.

Qualität contra Traditionen

Diese einjährige Neugründung steht aber immer noch in der Kritik. Einer der Köpfe hinter der Akademie ist Urs Gehrig, der bereits über ein Jahrzehnt lang an der Basler Knabenmusik Trommelkunst unterrichtet hatte. Weitere treibende Kräfte sind Basel-Tattoo-Organisator Erik Julliard sowie der in Basel bekannte Trommelbauer und -instruktor Rolf Schlebach.
Selbst die geballte Wucht an Kapazitäten hilft da nichts, im Gegenteil. Selbst die geballte Wucht an Kapazitäten hilft da nichts, im Gegenteil. Mehrere Vereine erachten die Einrichtung als Konkurrenz, zumal sie sich an hoher musikalischer Leistung orientiert.

Denn im Gegensatz zu klassischen Musikvereinen sind Basler Fasnachtscliquen weitgehend auf ihre drei Tage Fasnacht ausgerichtet, auch musikalisch. Was darüber hinausgeht, wird bewundert, aber oft noch als «unfasnächtlich», da ohne Tradition, wahrgenommen. Hinzu kommt die Befürchtung, dass die Akademie den Nachwuchs abspenstig macht, dass sich also die angehenden Top-Tambouren in wenigen für sie geeigneten Vereinen zusammenrotten könnten.

Nur eine Zusatzausbildung

Die Unruhe ist so gross, dass die Akademie am 23. März um 17 Uhr im Breo-Keller zu einem Info-Anlass einlädt, um Kritiker zu besänftigen. Denn davon, dass die Akademie den Vereinsnachwuchs aushöhle, könne nicht die Rede sein, sagt Gehrig auf Anfrage. Sie sehe sich als Zusatzausbildung, als ein Ort, wo ein nachhaltiger Unterricht stattfindet, der den hochmotivierten Basler Nachwuchs für Bühnenauftritte vorbereite.

«Daneben ist die Sensibilisierung wichtig», sagt Gehrig: Den Jungen werde von klein auf die Verantwortung klargemacht, die sie gegenüber ihrem angestammten Verein haben. Dabei sollen die Absolventen das Know-How eben gerade in die eigenen Vereine zurücktragen und dort später im besten Fall eine Instruktorenrolle wahrnehmen, so Gehrig. Das Interesse jedenfalls ist durchaus da: Im ersten Jahr nahmen laut den Verantwortlichen rund 40 Kinder an den Ausbildungsgängen teil, fürs zweite Jahr werde mit ähnlich vielen gerechnet.

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