Nur wenige Tage nach der Ankündigung von «Basel Wave» ist klar: Das Projekt von Christian Müller und Alex Hatebur hat es nicht leicht. Das Rhybadhüsli und mehrere Anwohner haben sofort Widerstand angekündigt und mit Einsprachen gedroht. Nun haben sich die Wogen etwas geglättet.

Die Surf-Anlage, die künstliche Wellen erzeugt, ist rund 16 Meter breit und 25 Meter lang. Ab dem 20. Juli soll sie für rund drei Wochen probeweise auf der Grossbasler-Seite zwischen Johanniterbrücke und Feuerwehrboot postiert werden, mitten in der Schwimmzone. Wenn alles gut läuft, wird die Anlage ab 2019 jährlich für jeweils zwei Monate aufgebaut.

Ärger bei Rheinschwimmern

Daniel Meier, Präsident des Rheinbads Breite, erzählt: «Ich wurde von den Schwimmern geradezu bestürmt, als das Projekt bekannt wurde. Viele bestanden darauf, sofort Einsprache zu machen.» Besonders ältere Schwimmer hätten sich über die Anlage beschwert.

Nach einer Kontaktaufnahme mit den Initianten des Wellen-Projekts, habe sich die Situation aber wieder etwas beruhigt, sagt Meier. Ihm ist klar, dass wegen Schifffahrt und Wassertiefe der Standort bei der Johanniterbrücke der einzig mögliche ist. «Wir möchten uns nicht querstellen, aber behalten uns eine Einsprache immer noch vor» erklärt Meier.

Kommende Woche steht nun zunächst ein Austausch zwischen den «Basel Wave»-Initianten und verschiedenen Rheinnutzern an. «Auch die Anwohner sind dazu eingeladen», sagt Christian Müller.

Zehn Anwohner hätten sich bei der Allmendverwaltung bis anhin gemeldet und nach Informationen gefragt, so der Unternehmer. Einsprachen habe es seines Wissens aber bis gestern Freitag noch keine gegeben.

Hoher Stromverbrauch

Auch SP-Grossrätin Toya Krummenacher staunte, als sie in der Zeitung von der Rheinwelle las. «Ich habe mich gefragt, ob Basel das wirklich braucht.» Sie habe sich überlegt, wie viele Menschen tatsächlich davon profitieren und welche negativen Effekte dem gegenüberstehen. «Im Gegensatz zur Surf-Anlage sind Schwimmer und Weidlingfahrer viel weniger belastend für den Fluss».

Krummenacher wird nun mit einer Interpellation bei der Regierung vorstellig. Sie will unter anderem wissen, welche Folgen die Anlage für Tiere und Pflanzen im Rhein haben könnte. Ebenfalls stört sie der «offenbar immense Stromverbrauch».

Initiant Christian Müller gesteht ein, dass der Stromverbrauch Schwachstelle der Anlage sei. «Die Strömung reicht einfach nicht, um die Anlage zu betreiben.» Ansonsten stelle die Rheinwelle keine Gefahr für die Flusslebewesen dar, und auch die Lärmemissionen seien kein Problem.

Initianten sind zuversichtlich

Christian Müller und Alex Hatebur geben sich Mühe, Anwohner und Rhein-Sportler bis zum Ende der Einsprachefrist am 20. Juni über ihr Projekt aufzuklären. Müller zeigt sich dennoch zuversichtlich, dass Basel bald zur Surf-Destination wird. «Wir sind überzeugt, dass die Welle kommt. Wenn nicht dieses Jahr, dann 2019.»