FCB-Star im Interview
Breel Embolo: «Der blonde Haarstreifen war eine Wette unter Kollegen»

Einen Tag vor seinem 19.Geburtstag spricht der Stürmer mit uns über seine Macken, Hobbys und wofür er unnötig Geld ausgibt.

Céline Feller
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Wäre Breel Embolo heute nicht Profi-Fussballer, dann wäre er Koch.

Wäre Breel Embolo heute nicht Profi-Fussballer, dann wäre er Koch.

Juri Junkov

Wie gut Breel Embolo Fussball spielen kann, weiss mittlerweile jeder. Dazu muss man kein Fussballkenner sein. Morgen Sonntag wird der FCB-Stürmer 19 Jahre alt. Im Vorfeld seines Geburtstags haben wir ihn getroffen – ursprünglich, um ihm 19 Fragen zu stellen. Daraus wurden jedoch viel mehr, weil der Mensch Breel Embolo mindestens genauso spannend ist wie der Fussballer Breel Embolo.

Breel Embolo, Sie geben seit etwa einem Jahr unzählige Interviews. Welche Frage können Sie jetzt schon nicht mehr hören?

Breel Embolo: So schlimm ist es schon nicht (lacht). Vielleicht wie lange ich noch hierbleibe. Oder die Frage, woher ich komme und ob ich meine Geschichte erzählen kann.

Wie lautet Ihr Whatsapp-Status?

Die Gabe, nie zu vergessen, was du warst, den Mut, das zu sein, was du bist, die Kraft, das zu werden, was du sein möchtest.

Sie führen seit einem Jahr einen eigenen Haushalt. Wie siehts aus, können Sie kochen?

Nicht perfekt, aber ja, ich kann kochen. Meistens gibt es Teigwaren, das ist am einfachsten.

Und Wäsche machen?

Manchmal wäscht mein Bruder und seine Freundin, manchmal ich. Ich habe ja drei Jahre im Wohnheim gelebt und musste dort alles selber machen, also weiss ich, wie man eine Waschmaschine bedient.

Sie haben letztes Jahr mit dem blonden Streifen in den Haaren Schlagzeilen gemacht. Was hatte es damit auf sich?

Das war eigentlich gar nichts Spezielles, das war eine Wette unter Kollegen. Sie haben mir gesagt, dass ich mich nicht getrauen würde, das zu machen, und dann habe ich ganz spontan entschieden, es zu tun. Meine Kollegen haben auch etwas gemacht, nur ist das nicht in den Medien aufgefallen.

Hat es Ihnen gefallen?

Wenn es mir nicht gefallen hätte, hätte ich es auch nicht gemacht, Wette hin oder her. Aber es kann sein, dass ich meine Haare wieder mal blond färbe.

Eine ähnliche Frisur hatte auch einst eines Ihrer Vorbilder, Mario Balotelli. Wen zählen Sie sonst noch zu Ihren Idolen?

Der Beste ist für mich Lionel Messi. Aber momentan gibt es im Fussball so viele gute offensive Spieler, die jedes Wochenende beeindrucken, sodass ich mir bei allen einfach ein bisschen etwas abschaue. Explizit für meine Position habe ich kein Vorbild.

Mit welcher Person, die Sie inspiriert, würden Sie gerne mal ein Nachtessen einnehmen?

Mit Ronaldinho. Als ich angefangen habe, Fussball zu schauen, wechselte Kameruns Samuel Eto’o gerade zu Barcelona und spielte dort dann eben mit Ronaldinho und Xavi zusammen. Ihre Spiele haben mich motiviert, mit dem Fussballspielen anzufangen.

Gibt es spezielle Spiele, die Ihnen in Erinnerung geblieben sind?

Der Champions-League-Final, in welchem Liverpool den 0:3-Rückstand gegen Milan noch aufgeholt hat. Das ist eine meiner Videomotivationen, die mir immer wieder zeigen, dass man immer alles erreichen kann.

Apropos erreichen: Seit einem Jahr dürfen Sie auch Auto fahren. Haben Sie den Führerschein bereits?

Nein, ich bin noch dran. Aber ich sage es mal so: Mehr als zwei Wochen brauche ich nicht mehr. Bis dann fahre ich noch mit Tauli (Xhaka, Anm. d. Red.) und Jean-Paul (Boëtius, die Red.) ins Training, die wohnen am gleichen Ort wie ich.

Und welches Auto wird dann als erstes gekauft?

Ein VW, welchen weiss ich aber noch nicht.

Wofür geben Sie unnötig Geld aus?

Für gewisse Sachen gebe ich gerne Geld aus, für gewisse weniger – wie zum Beispiel für Steuern (lacht).

An was können Sie beim Shoppen nicht vorbeigehen, ohne es zu kaufen?

Ich bin ein Schuh- und Jacken-Freak. Schuhe sind bei mir das Wichtigste, davon habe ich auch viele zu Hause.

Über 100?

Nein, nein, so übertrieben dann auch wieder nicht. Zwischen 30 und 40 Paare, was für einen Mann ja schon viel ist.

Welches war das erste Fussballshirt, das Sie bekommen haben?

Eines von der kamerunischen Nationalmannschaft mit Eto’o drauf.

Wie verbringen Sie Ihre Freizeit am liebsten?

Ich erhole mich sehr gerne und bleibe mit meiner Familie und Freunden zu Hause. Ich schlafe zum Beispiel auch gerne am Nachmittag, mache also Siesta. Früher wurde ich dazu gezwungen, heute mache ich es gerne.

Welchen Film haben Sie sich zuletzt im Kino angesehen?

Den neuen mit Kevin Hart, «Ride Along». Der läuft glaube ich noch und ist echt gut.

Und welches war das letzte Buch, das Sie gelesen haben?

Die Biografie von Zlatan Ibrahimovic vor vier Monaten. Ich muss zugeben, es braucht viel, bis ich ein Buch lese. Aber das ist so speziell geschrieben, dass ich es nach dem ersten Kapitel unbedingt zu Ende lesen wollte.

Sie spielen in Ihrer Freizeit auch Fifa auf der Playstation. Spielen Sie dann auch mal mit sich selber?

Am Anfang sicher. Aber am Ende, wenn ich weiterkommen will, nehme ich stärkere Spieler.

Wo setzen Sie sich dann ein?

Ganz vorne.

Das heisst, das ist auch Ihre Lieblingsposition?

Ja, absolut. Natürlich spiele ich auch gerne auf dem Flügel und bin gerne flexibel. Aber im Sturmzentrum fühle ich mich am wohlsten.

Wer ist Ihr bester Freund im Team?

Das ist schwer zu sagen, wir sind eine Gruppe. Tauli, Naser (Aliji), Adama (Traoré), Boëtius und Akanji. Wir hocken auch in der Garderobe alle zusammen, und sie treffe ich auch in meiner Freizeit.

Sie teilen aber nach wie vor mit Taulant Xhaka das Zimmer?

Anfangs war das nicht so oft so, weil ich nicht so viel aufgeboten wurde (lacht). Aber seit etwa einem Jahr, seit der Zeit unter Paulo Sousa, teile ich es mit ihm.

Wenn Sie in den Ausgang gehen, darfs dann auch mal ein Bier sein?

Das dürfte theoretisch auch während der Meisterschaft ab und zu mal sein, aber ich trinke nicht wirklich gerne Alkohol. Ich habe Bier gar nicht gern, aber an der letzten Meisterfeier habe ich mich zu einem gezwungen.

Beibehalten haben Sie auch Ihre Trikotnummer. Wieso?

Das ist die Nummer, die mir geholfen und Glück gebracht hat. Das war meine erste Nummer, das ist immer speziell.

Also wollen Sie die auch behalten, wenn Sie wechseln?

Ich werde es zumindest versuchen. Aber wer weiss, vielleicht hat ein anderer junger Spieler die schon, und dann will ich ihm die nicht wegnehmen.

Welches Spiel war in Ihren Augen Ihr bislang bestes?

Ich denke, das war das Spiel gegen Ludogorets, als ich mein erstes Champions-League-Tor erzielt habe.

Und welches war das schlechteste?

Das Spiel auswärts in Posen. Das war nicht mein Feld, ich bin immer wieder ausgerutscht und einfach nicht ins Spiel gekommen.

Was wären Sie eigentlich geworden, wenn es mit dem Fussball nicht geklappt hätte?

Koch.

War das der Kindheitstraum?

Nein, das ist mir in der Sportklasse in den Sinn gekommen. Aber ich konnte es wegen der Arbeitszeiten nicht mit dem Fussball verbinden.

Wohin gehen Sie am liebsten in die Ferien?

Nach Kamerun, im Idealfall mindestens einmal im Jahr. Meine Familie lebt ja dort, und so kann ich meinen Vater sehen.

Welches ist Ihre Traumdestination?

Auch Kamerun. Das ist eine ganz andere Mentalität. Ich kann abschalten, aber auch Spass haben, und es ist mir wichtig, die Unterschiede zwischen dort und hier immer wieder zu sehen.

Sie gehen lieber an die Sonne als in den Schnee. Können Sie aber trotzdem Ski fahren oder boarden?

Ich kann Ski fahren, ja, das habe ich in der OS und der WBS gelernt. Aber oft mache ich es nicht – und wenn, dann sehr vorsichtig.

Was ist Ihre negativste Charaktereigenschaft?

Mir wird sehr schnell langweilig.

Und die positivste?

Dass ich immer gut drauf bin.

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