«Für ein lebendiges Basel»

Breit abgestützte Petition zur Rettung des Basler Nachtlebens lanciert

Anlässe wie das seit Dienstagabend laufende «Im Fluss», aber auch Clubs und Bars, gehören zum kulturellen Leben von Basel. Dies soll die Petition «Für ein lebendiges Basel» nun deutlich machen.

Anlässe wie das seit Dienstagabend laufende «Im Fluss», aber auch Clubs und Bars, gehören zum kulturellen Leben von Basel. Dies soll die Petition «Für ein lebendiges Basel» nun deutlich machen.

Die Schliessungen diverser Clubs bedroht die Vielfalt des Basler Nachtlebens. Die Petition «Für ein lebendiges Basel» fordert, dass Basel stolz ist auf seine Locations und sich der Wichtigkeit der Clubkultur als Wirtschaftsstandort bewusst wird.

Museen, Theater, Dreiländereck – sie verleihen der Stadt Basel ein grossstädtische Image, wie man es getreu dem Slogan «Basel – Culture Unlimited» pflegt. Aber: «Gehört zur Kultur einer Stadt nicht auch das Nachtleben? Die Clubs, Bars und vielseitige Veranstaltungen?»

Diese Fragen haben sich die Jungliberalen Basel-Stadt gestellt. Es sind Fragen, die sich nicht erst gestern aufgeworfen wurden – und vor allem sind es Fragen, die sich nicht nur die Jungliberalen stellen. Diese Tatsache wurde gestern Abend an der Lancierung der Petition «Für ein lebendiges Basel» noch deutlicher, als es sich in den letzten Wochen und Monaten bereits abgezeichnet hatte.

Seit dem bekannt wurde, dass die renommierten Basler Nachtclubs Hinterhof, Nordstern und Garage Ende Jahr beziehungsweise Anfang nächstes Jahr schliessen müssen, weil die Verträge ihrer Zwischennutzungen auslaufen, hat sich in Basel Widerstand geformt. Breiter Widerstand, dem sich sämtliche Basler Jungparteien und Veranstalter wie das JKF, der RFV oder «Im Fluss» angeschlossen haben.

Es ist ein Widerstand gegen hohe Auflagen, enge Auslegungen von Richtlinien, vor allem aber gegen das laut den Petitionären langsam einschlafende Nachtleben.

Es ist ein Widerstand, der in ebendieser Petition, initiiert von der Gemeinschaft «Bebbi wach uff!» und dem Verein «Kulturstadt Jetzt», gipfelt.

Gestern Abend, am Rande des ersten Konzertes von «Im Fluss», trafen sich sämtliche involvierten Institutionen, Parteien und Personen nun ein erstes Mal. Das Treffen sei «als eine Art Kennenlernen» gedacht, so Christian Wirth, Mitbegründer von «Bebbi wach uff!». Und es war auch das erste Mal, dass man sich geschlossen den Medien präsentierte. Dass dies bei einem gemütlichen Beisammensein am Abend stattgefunden hat und nicht im Rahmen einer morgendlichen Medienkonferenz, passe eben zum Thema, wie die Initianten verlauten liessen.

Vereinfachung und Anerkennung

Die Gelegenheit wurde natürlich auch genutzt, um erste Unterschriften für die Petition zu sammeln. Bis am 1. Oktober will man auf diesem direkten Weg oder via Internet (unter www.lebendigesbasel.ch) so viele Unterschriften wie möglich zusammen bekommen. Eine genaue Zahl liess sich niemand vom Komitee entlocken, doch das Ziel liege etwa im Bereich von 20 000 Unterschriften. Es sein ein ambitioniertes, aber durchaus realisierbares Ziel.Doch was soll durch die Petition erreicht werden? Es geht weder um

eine explizite Rettung von einzelnen Clubs wie dem Hinterhof oder dem Nordstern, noch geht es um Geldforderungen. Es sei viel mehr ein Wachrütteln. «Die Petition fordert bessere Bedingungen für die Alternativ-, Jugend-, Pop-, Sub-, Musik- und Clubkultur», so das erste Anliegen.

Weiter will man mit der Petition den Regierungsrat und die Verwaltung des Kantons Basel-Stadt verpflichten, die Bewilligungsprozesse zu vereinfachen, sie transparenter zu gestalten und bei der Raumfindung für neue Clubs – oder solche, die nach Ablauf ihres Zwischennuztungs-Vertrags eine neue Bleibe suchen – behilflich zu sein.

Darüber hinaus, und vielleicht noch viel wichtiger, soll die «zeitgenössische Musik- und Clubkultur als Standort- und Wirtschaftsfaktor anerkannt werden.» Dieser Punkt soll vor allem dabei helfen, dass dieser Teil des kulturellen Basels entsprechend berücksichtigt und auch gefördert werde. Denn wie auch die Juso sagen: Basel soll eine Kulturstadt bleiben, die sich eben nicht nur auf das Theater, das Ballett oder das Sinfonieorchester beschränkt.

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