«Das Verbrechen, das sie begangen haben, ist grauenhaft. In meiner ganzen Karriere habe ich so etwas noch nie zu beurteilen gehabt», sagte Gerichtspräsident Dominik Kiener am Dienstag zum Angeklagten. Wie von Staatsanwaltschaft und Verteidigung beantragt, wird der 23-jährige Mann auf unbestimmte Zeit in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen.

Auch wenn einige Details des Blutbades in der Breite vom November 2014 ungeklärt bleiben, so war für die fünf Richter klar, dass der Mann zwei Morde sowie einen Mordversuch auf dem Gewissen hat. «Wir haben es relativ kurz gemacht. Wenn das kein Mord ist, dann weiss ich nicht, was ein Mord ist», so Kiener. Die 46-jährige Frau am Nasenweg habe er mit einer Grausamkeit abgestochen, für die man keine Worte finde. Das Gericht folgte den Gutachten und erklärte den Mann für schuldunfähig. Kiener sagte dazu, auch im Wahn könne jemand planmässig handeln.

Der 23-Jährige hatte an jenem Tag in einer Tasche eine Ersatzhose sowie einen Pullover mitgenommen, um seine blutigen Kleider nach der Tat wechseln zu können. Dieser Widerspruch war unter den fünf Richtern offenbar auch in der geheimen Urteilsberatung ein Thema, zumal der Mann nach der Ermordung der zweiten Frau und einer kleinen Verletzung am eigenen Finger erstaunlich rational vorgegangen war. «Man kann sich schon fragen, wie jemand in einer akuten Psychose in einer fremden Wohnung Pflaster suchen und auch finden kann», sagte Kiener dazu.

Ebenso wenig sei die Tat im Drogenrausch geschehen: Alkohol konnte im Blut des Täters nicht nachgewiesen werden, und auch der THC-Gehalt war niedrig. Richter Kiener erklärte dem Mann, dass das Gericht nun eine stationäre Therapiemassnahme angeordnet hat. Diese ist jeweils auf fünf Jahre begrenzt, doch der Gerichtspräsident stellte bereits klar, dass diese Dauer hier wohl mehrmals verlängert werden wird: «Das ist ein langjähriger Prozess».

Eine Entlassung des Mannes bei erfolgreicher Therapie ist in Zukunft möglich, dazu gibt allerdings neben einem Gutachter auch eine Fachkommission für gefährliche Straftäter ihre Meinung ab. Das gestrige Urteil ist noch nicht rechtskräftig, ein Weiterzug aber sehr unwahrscheinlich.