Ja, sie will: Brigitte Hollinger (49) hat sich definitiv entschieden, für das Parteipräsidium der SP Basel-Stadt zu kandidieren, wie sie gegenüber dem «Sonntag» bestätigt. Ende Februar hatte Hollinger in der «Basler Zeitung» gesagt, dass sie sich überlege, sich um die Nachfolge von Grossrat Martin Lüchinger zu bewerben. Lüchinger, seit 2009 im Amt, hatte im vergangenen Januar erwartungsgemäss seinen Rücktritt per Ende April bekannt gegeben.

Hollinger, die zum linken Flügel der Basler SP zählt, war von 2005 bis 2010 Mitglied des Grossen Rats. Im Parlament bearbeitete sie eine breite Themenpalette und reichte immer wieder Vorstösse ein, die für kontroverse Diskussionen sorgten. 2005 forderte sie beispielsweise ein Verbot sexistischer Werbung im öffentlichen Raum, 2010 eine Gratisabfuhr für Windeln.

Politisches Comeback

Wegen einer beruflichen Weiterbildung kehrte Hollinger dem Grossen Rat im Oktober 2010 den Rücken. Nun steht sie, die heute beim Gewerbeverband Basel-Stadt im Bereich Berufsbildung tätig ist, vor einem politischen Comeback. Ihre Chancen, die Nachfolge Lüchingers anzutreten, sind gut. Die Top-Favoriten für das neue SP-Präsidium hatten in den vergangenen Wochen abgesagt, darunter die Grossrätinnen Dominique König und Kerstin Wenk.

Hollinger kandidiert nicht allein: Grossrat Mustafa Atici und Vizepräsidentin Michela Seggiani sollen gemäss ihren Plänen das Vizepräsidium bilden. Die neue Spitze der SP Basel-Stadt soll am
23. April gewählt werden.