Es ist nicht viel los an diesem Mittag auf dem Messeplatz. Von den aufgestellten Alphütten und dem Streichelzoo strömt der Duft von Bratwürsten, Hot Dogs und Ziegenmist. Um diese Zeit sind eher ältere Herrschaften unterwegs auf dem weitläufigen Messegelände.

Um für eine nachhaltige Zukunft der Muba auch ein jüngeres Publikum anzulocken, hat die MCH Gruppe den Rundhof der Halle 2 dieses Jahr in einem Unterhaltungstempel verwandelt. Ein riesiges Zeltdach überspannt den Innenhof des denkmalgeschützten Messebaus von 1954.

«Wir wollen mit dem ‹Muba-Festival› eine jüngere Zielgruppe ansprechen», sagt Simon Dürrenberger, Mediensprecher der Messe Schweiz. «Es ging uns aber auch darum, zum 100-Jahr-Jubiläum etwas Spezielles zu bieten und etwas Neues zu lancieren.» Der Eintritt zu den Vorstellungen auf der Rundhof-Bühne ist im Muba-Billettpreis inbegriffen.

Ein Amphitheater für die Kunst

Wie das «Kolosseum in Rom» sehe der Rundhof jetzt aus, sagt eine Besucherin zu Dürrenberger. Die riesige Dachkonstruktion erinnert in der Tat an die Sonnensegel, die in der Antike über der römischen Arena gespannt waren. Mit etwas Fantasie erinnert der Rundhof auch an Shakespeares Globe Theatre in London, in dem aus zwei Rängen das Spektakel auf der kreisrunden Bühne verfolgt wird.

Ein Spektakel soll auch den Festival-Besuchern geboten werden. Die «Crème de la Crème» der Schweizer Comedyszene tritt auf, von Massimo Rocchi über Michael Elsener bis Marco Rima und Peach Weber. «Das Musikprogramm ist noch ausbaufähig», sagt Dürrenberger. «Mit Luca Hänni hatten wir einen sensationellen Act.» Diese Ausgabe des Festivals sei auch ein Testlauf. In den folgenden Jahren soll das Programm deutlich ausgebaut werden. Das Publikum müsse erst noch auf die Gratiskonzerte aufmerksam werden.

Das Wetter spielt bisher nicht richtig mit. Trotz Regendach und Wolldecken – die kühlen Apriltemperaturen kann niemand verhindern. Der Rundhof ist trotz allem eine Freiluftbühne. Nicht zuletzt die Fallwinde vom Messeturm ziehen spürbar durch den Hof.

«Unter dem Dach ist es immerhin deutlich wärmer als auf dem Messeplatz», sagt Dürrenberger. 300 Sitzplätze finden unter dem Dach Platz. Insgesamt bietet die Arena 1400 Plätze im Hof und auf den Balkonen. Der bisher oft etwas vernachlässigte Rundhof wird so zu einem Höhepunkt der Muba.

Keine Reibungsflächen

Dass die Komödianten oder die Musiker das angestammte Messepublikum stören könnten, sei unwahrscheinlich. Laut Dürrenberger sei im Inneren der Halle 2 kaum etwas zu hören, auch wenn auf der Bühne ein Konzert mit 93 Dezibel Lautstärke laufe. «Die Verkaufsgespräche werden also nicht im Geringsten gestört.» Das Festival komme bisher gut an bei den Besuchern. Die Feldschlösschen-Bar und andere Beizen laden im Hof zu Speis und Trank ein. Brot und Spiele in der Messe-Arena.

Die Idee ist, das «Muba-Festival» in der Zukunft weiterzuführen. Die 101. Mustermesse soll nächstes Jahr endlich im Mai stattfinden. Dann werden hoffentlich auch die Palmen in den frühsommerlichen Innenhof passen – und das Regendach wird dann zum Sonnensegel.